Gesundheitsamt und Universität Trier starten Befragung zu Long-Covid

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Foto: dpa

TRIER. Nach wie vor hält das Corona-Virus die Menschen in der Region in Beschlag. Aktuell werden die höchsten Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie im März 2020 verzeichnet.

Infolge der Impfungen erkranken zwar weniger Infizierte schwer an der Covid-19 genannten Viruserkrankung. Viele Erkrankte leiden jedoch auch noch nach Wochen und Monaten an Spätfolgen. Über diese Long-Covid-Symptome ist bis dato wenig bekannt. Daher versenden das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung und die Universität Trier aktuell rund 3.500 Fragebögen an Personen, die in den vergangenen eineinhalb Jahren an Covid-19 erkrankten, um sie zu möglichen Langzeitfolgen zu befragen.

3.500 Fragebögen – Teilnahme freiwillig und anonym

Die Trierer Professoren Dr. Rüdiger Jacob und Dr. Ingo Timm wollen mit ihrem Team untersuchen, wer Symptome hatte, wie die Erkrankung verlaufen ist, ob Spätfolgen aufgetreten und wie Betroffene mit der Quarantäne zurechtgekommen sind. Trotz der langen Dauer der Corona-Pandemie liegen dazu noch keine statistisch auswertbaren Erkenntnisse vor, die dazu beitragen können, bei künftigen Pandemien schneller und angemessener zu reagieren.

Die Beantwortung der Fragen, die etwa 10 Minuten Zeit beansprucht, ist selbstverständlich freiwillig und wird anonym ausgewertet. Die Forschungsarbeit unterliegt den Regeln der Datenschutzgesetzgebung. Es ist sichergestellt, dass die Rückläufe nicht mit einzelnen Personen in Verbindung gebracht werden können.

Das Team der Uni Trier will neben Informationen zu gesundheitlichen Langzeitfolgen auch untersuchen, ob es bei der Erkrankung und ihrem Verlauf sowie der Organisation der Quarantäne möglicherweise Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen – z.B. der Stadt- und der Landbevölkerung oder Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – gab. Von besonderer Wichtigkeit ist auch die Frage nach der Virusvariante, da man sich Hinweise zu Unterschieden im Verlauf der Erkrankung und bei der Schwere der Symptome erhofft.

Das Gesundheitsamt Trier-Saarburg und die Universität Trier bitten alle Personen, die einen Fragebogen erhalten, diesen auszufüllen und zurückzusenden. Er ist mit einem Freiumschlag versehen, so dass keine Kosten für die Rücksendung entstehen. Über die Ergebnisse soll die Öffentlichkeit in der ersten Jahreshälfte 2022 informiert werden. Der spätere Forschungsbericht wird jedem frei zugänglich sein. Für Fragen steht Prof. Dr. Rüdiger Jacob von der Universität zur Verfügung (Mail: jacob@uni-trier.de).

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