Grandioser Auftakt zum Musikfestival Konz! Joseph Moog und Alexander Hülshoff spielten Saint-Saëns und Chopin in der Nikolauskirche

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Alexander Hülshoff (Cello) und und Festival-Leiter Joseph Moog (Klavier). Foto: Alexander Scheidweiler

KONZ. Das Musikfestival Konz erlebt 2021 mit seinem neuen Leiter, dem Star-Pianisten Joseph Moog, seine dritte Auflage. Bis zum 28.8. treten renommierte internationale Künstler an den unterschiedlichsten Spielorten in Konz und in der Region auf – in Kirchen und Klöstern, auf Weingütern und und Open-Air-Bühnen. Das musikalische Spektrum reicht von Klassik bis Jazz, einen Schwerpunkt bildet die Kammermusik. Gestern Abend eröffnete Moog gemeinsam mit dem Cellisten Alexander Hülshoff, Professor an der Folkwang Universität der Künste, in der Nikolauskirche in Konz das Festival mit Stücken von Saint-Saëns und Chopin.

Von Alexander Scheidweiler

Das „Zelt Gottes unter den Menschen“, der lichte Raum der Kirche St. Nikolaus in Konz, war gestern Abend komplett mit Musikliebhabern gefüllt, jedenfalls soweit die Corona-Abstandsregeln dies zuließen. Auch die Kollegen vom SWR waren gekommen, um die beiden Top-Künstler aufzuzeichnen, die eine musikalisch äußerst reizvolle Kombination zur Aufführung brachten: Die wenig bekannte Sonate für Violoncello und Klavier No. 2 op. 123 in F-Dur von Camille Saint-Saëns und die sehr viel berühmtere Sonate für Violoncello und Klavier op. 65 in g-moll von Frédéric Chopin.

Joseph Moog am Flügel. Foto: Alexander Scheidweiler

In seinen einführenden Bemerkungen ging Hülshoff insbesondere auf das Stück von Saint-Saëns ein, dessen 100. Todestag am 16. Dezember dieses Jahres ansteht. Doch nicht nur das: Hülshoff erinnerte daran, welch’ beeindruckende Spanne der Musikgeschichte das 86-Jährige Leben des 1835 geborenen Pariser Komponisten abdeckte – fiel seine Jugend noch in die Zeit von Felix Mendelssohn Bartholdy, so entwickelte im Herbst seines Schaffens bereits die Zweite Wiener Schule um Arnold Schönberg die moderne Zwölftonmusik.

Alexander Hülshoff spricht über die Saint-Saëns-Sonate. Foto: Alexander Scheidweiler

Bei der zur Aufführung gebrachten Sonate handelt es sich um ein Spätwerk, das der bereits 70-jährige Saint-Saëns 1905 komponierte. In den vier Sätzen findet sich eine interessantes Spektrum musikalischer Anklänge, wie Hülshoff ausführte: Erinnert der erste Satz an eine Barock-Ouvertüre, so stellt der zweite Satz einen Variationssatz dar, dessen dunkle Färbung an Liszt erinnert, während es sich beim dritten Satz um eine schöne Romanze im französischen Stil handelt, in der man aber auch manchmal ein wenig Wagner zu hören meint, bevor der verspielte vierte Satz sich zu einem famosen Finale steigert.

Das eher unbekannte Saint-Saëns-Stück harmonierte in der Aufführung ebenso hervorragend mit der berühmten Chopin-Sonate wie die beiden Künstler, deren perfektes Zusammenspiel und spürbare, begeisternde Spielfreude für ein ungeheures Musikerlebnis sorgten, miteinander harmonierten. Wohl selten erlebt man solche Professionalität in so inspirierender Weise vorgetragen! Am Ende erhob sich daher zurecht die ganze Kirche zu stehenden Ovationen. Gleich zwei Zugaben mussten Moog und Hülshoff spielen, die Habanera von Maurice Ravel und das Allegro vivant von François Francœur. Immer wieder rief das Publikum Joseph Moog und Alexander Hülshoff durch rhythmisches Klatschen zurück in den Altarraum der Nikolauskirche, der ihnen am gestrigen Abend als Bühne diente.

Stehende Ovationen für die Künstler. Foto: Alexander Scheidweiler

So war das Duett von Klavier und Cello, das das musikgeschichtliche Duett von Saint-Saëns und Chopin vortrug, ein grandioser Auftakt zum diesjährigen Musikfestival Konz, das Festival-Leiter Joseph Moog heute Abend mit einem Open-Air-Konzert an der Saar-Mosel-Mündung in Konz fortsetzen wird.

Zur Homepage mit weiteren Informationen und der Möglichkeit des Ticketkaufs geht es hier: https://www.konzmusikfestival.de.

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