Nach Felssturz: Bahn öffnet am Samstag gesperrte Güterbahnstrecke

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Foto: dpa

KESTERT. Rund sieben Wochen nach dem Felssturz auf Europas meistbefahrener Güterzugstrecke will die Bahn sie an diesem Samstag (1. Mai) wieder in Betrieb nehmen – einen Tag früher als geplant.

Am 15. März waren bei Kestert nahe dem weltberühmten Loreley-Felsen tonnenschwere Schieferplatten auf die rechtsrheinischen Gleise gekracht. Verletzte gab es nicht.

Nach Angaben der Deutschen Bahn vom Donnerstag soll in den frühen Morgenstunden des Maifeiertags der erste Zug wieder auf der rechtsrheinischen Strecke verkehren. Sie wird vorerst nur eingleisig geöffnet. «Das zweite Gleis benötigt die Deutsche Bahn zunächst weiter für den Abtransport des restlichen Gerölls», hieß es.

Auch der Personennahverkehr fahre von Samstag an wieder durchgehend – bislang mussten viele Fahrgäste nahe der Blockade in Busse umsteigen. «Ab dem 9. Mai sollen die Züge die Mittelrheinstrecke wieder komplett befahren können», ergänzte die Bahn – also zweigleisig.

Zur Sicherung des Steilhangs, an dem es zu dem Felssturz gekommen war, errichteten Experten an den Gleisen einen sechs Meter hohen und 100 Meter langen Schutzwall. Kletterer befestigen an 620 Ankern zusätzliche, insgesamt 2100 Quadratmeter große Netze.

An der Trasse wurden laut Bahn 400 Tonnen alter Schotter entfernt und ersetzt sowie 220 neue Schwellen und 140 Meter Gleise eingebaut. Außerdem ersetzten Experten die Oberleitung und erneuerten einen zerstörten Mast.

Der Verein Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) kündigte an, über nötige Konsequenzen nach der siebenwöchigen Sperrung der wichtigen Strecke mit der Bahn, der Bundesnetzagentur und der Politik zu diskutieren: «Das Schienennetz ist zu stark ausgedünnt worden, wir benötigen mehr Resilienz (Widerstandsfähigkeit)!»

Die rechtsrheinischen Gleise zwischen Wiesbaden und Koblenz sind der Deutschen Bahn zufolge Teil von Europas meistbefahrener Güterzugstrecke zwischen Genua und Rotterdam.

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