Corona-Fläschchen und faltbare Displays: Rekord-Investitionen bei Schott

Faltbare Displays für Laptops, extra robustes Glas für Handys und Fläschchen für Corona-Impfstoffe: Der Spezialglashersteller Schott peilt weiteres Wachstum an.

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MAINZ. Der Spezialglashersteller Schott plant in diesem Jahr die Rekordinvestition von 350 Millionen Euro. Positive Impulse erwartet das Unternehmen, das seine Wurzeln in Jena hat, in den Bereichen Pharmaverpackungen, Diagnostik, Smartphones und Unterhaltungselektronik. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2019/2020 um 2,2 Prozent auf knapp 2,24 Milliarden Euro.

Dazu hat auch das Tochterunternehmen in Jena beigetragen, wo hitzebeständiges Glas für verschiedene Einsatzzwecke hergestellt wird. In Jena beschäftigt Schott nach eigenen Angaben etwa 500 Mitarbeiter.

Für dieses Jahr erwartet der Konzern eine weitere Umsatzsteigerung um bis zu fünf Prozent angepeilt. «Die Corona-Krise hat auch ungeahnte Kräfte freigesetzt», sagte Vorstandschef Frank Heinricht.

Das Unternehmen ist an der Produktion von Fläschchen für den Transport von Impfstoffen beteiligt. So sind laut Schott 75 Prozent der Pharmaunternehmen, die einen Corona-Impfstoff entweder bereits herstellen oder noch erforschen, Kunden des Konzerns. Namen wurden nicht genannt. Nicht weit vom Schott-Sitz entfernt befindet sich die Zentrale des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech.

Schott will in diesem Jahr Fläschchen für insgesamt zwei Milliarden Corona-Impfdosen produzieren. Diese Ampullen kosten nach Unternehmensangaben zwischen fünf und zehn Cent pro Stück. Auch wenn diese Produkte derzeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, machen sie lediglich ein Drittel des Schott-Umsatzes im Pharmabereich aus.

Gute Geschäfte in der Zukunft erhofft sich der Konzern zudem von faltbaren Displays etwa für Handys und Laptops sowie von besonders robustem Deckglas ebenfalls für Smartphones. Im Bereich Medizin setzt Schott beispielsweise auf ein Produkt aus Spezialglas mit «Mininäpfchen», die für medizinische Untersuchungen mit Blut gefüllt werden können, oder auf Flaschen, die Patienten zu Hause in Spezialgeräte einsetzen und so über einen Tropf mit Medizin versorgt werden können.

Die Corona-Krise hat Schott aber als Zulieferer für die Auto- und Flugzeugindustrie auch Umsatzrückgänge beschert. Das Geschäft mit Spezialglas für die Hausgeräteindustrie dagegen habe sich nach anfänglichem Rückgang inzwischen wieder erholt.

Das Konzernergebnis sank in dem Ende September 2020 beendeten Geschäftsjahr um drei Prozent auf 199 Millionen Euro. Dieser leichte Rückgang liegt nach Angaben von Finanzvorstand Jens Schulte vor allem an Rückstellungen, die für das vor acht Jahren aufgegebene Solargeschäft gebildet wurden.

Die Zahl der Mitarbeiter stieg weltweit um rund 300 auf 16 500. Davon sind rund 5900 in Deutschland beschäftigt und davon wiederum 2800 am Mainzer Konzernsitz. Eine Homeoffice-Pflicht, wie sie derzeit geplant ist, lehnt Vorstandschef Heinricht entschieden ab: «Das ist ein viel zu starker Eingriff in die Souveränität und Arbeitsrealität der Unternehmen.» Schott habe eine gut funktionierende Regelung gefunden. Es gelte das Prinzip der «doppelten Freiwilligkeit. Beide Seiten müssen sagen: Das macht Sinn», erklärte er. So seien in Mainz in der Verwaltung derzeit etwa 60 Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice.

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