Ladentüren symbolisch geöffnet: Händler machen mit Aktion auf Notlage aufmerksam – Verband warnt

Der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz ist bis auf wenige Ausnahmen seit Wochen geschlossen. Nun machen Geschäfte auf ihre Situation aufmerksam. Der Verband warnt vor den langfristigen Folgen für die Innenstädte.

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TRIER/MAINZ. Einzelhändler müssen in Rheinland-Pfalz bis auf wenige Ausnahmen seit Wochen ihre Ladentüren geschlossen halten. Am Montag haben Händler nun mit einer Aktion auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam gemacht und symbolisch ihre Ladentüren geöffnet.

Ziel war es den Angaben zufolge, zu zeigen, dass ihre Regale voll mit Winterware sind. Diese können sie wegen des verhängten Lockdowns aber derzeit nicht verkaufen. «Wenn wir am 1. Februar wieder öffnen dürfen, kommt schon die Frühjahrsware», sagte der Betreiber des Camp David-Ladens in Trier und Vorsitzende der City-Initiative in der Stadt, Patrick Sterzenbach. Der Handelsverband sprach von einer landesweiten Teilnahme in verschiedenen Orten.

Sterzenbach erklärte das Problem hinter den vollen Regalen. «Unser Kapital steckt in der Ware. Kann ich die Winterware nicht verkaufen, kann ich die Frühjahrsware nicht kaufen.» Das bedeute für viele saisonale Händler, «dass sie dann schlichtweg zumachen müssen, weil sie nicht mehr können», sagte er. Diese Geschäfte könnten nur überleben, wenn es von der Bundesregierung zusätzliche Hilfen gebe. Es müsse für die nicht verkaufte Ware eine Entschädigung geben. Bei der Aktion wurden am Montag laut Sterzenbach in Trier keine Kunden ins Geschäft gelassen. «Dafür ist das Infektionsgeschehen viel zu hoch», sagte der Ladenbetreiber. Die Tür sei nur symbolisch geöffnet.

Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des rheinland-pfälzischen Handelsverbands, Thomas Scherer, beteiligten sich unter anderem in Kaiserslautern mehrere Textilhändler. «Viele machen mit.» Dem Handel gehe es nicht gut, die Händler würden mit der Teilnahme auf ihre Situation aufmerksam machen wollen. Der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz ist mit Ausnahme von Geschäften für den täglichen Bedarf wegen der Corona-Pandemie seit Mitte Dezember geschlossen.

Scherer warnte auch vor den langfristigen Folgen der Ladenschließungen. Sollte der Lockdown noch weiter verlängert werden, könne man ein Schild mit «Zu verkaufen» an die Innenstädte hängen. «Die Innenstädte werden kaputt sein», sagte Scherer. Es werde unter anderem keine Gastronomie mehr geben und auch keine inhabergeführten Geschäfte. Gerade der Textilbereich, aber auch Uhren- und Schmuckhändler sowie Parfümerien seien besonders hart getroffen.

Die Ladenschließungen haben nach Meinung Scherers bislang nicht dazu geführt, dass die Infektionszahlen gesunken sind. «Die Ursachen für die großflächige Verbreitung können also nicht dort gefunden werden.» Der Wunsch des Handelsverbands sei es, dass die Läden «sobald es möglich ist» wieder geöffnet werden können. «Wenn schon zu sein muss», sagte Scherer, müssten die Überbrückungshilfen aber so angepasst und umgebaut werden, «dass man tatsächlich Hilfe hat».

3 Kommentare

  1. Das alles ist nur noch lächerlich, es wird nicht mehr lange dauern und die ganze Sache kippt, die rote Linie wird dann für immer mehr Menschen greifbar. Wie kann man sich den Blödsinn, man könne sich in einem Klamottenladen anstecken, in einem Supermarkt aber nicht, deswegen bleibt der Klamottenladen geschlossen, anders erklären als mit völligem Schwachsinn!

  2. Jetzt tritt ein, was wache Beobachter schon seit Beginn der Pandemie vorhersahen: scheibchenweise wird immer bis an die Grenze des Zumutbaren gegangen, dann wird gewartet, bis die nächste Zumutung folgt. Das Resultat der Entwicklung ist die umfassendste Entrechtung, Enteignung und Freiheitsberaubung der Deutschen seit 1945.

    Das Spiel läuft immer gleich ab: Kritiker und Warner werden verlacht, zu Spinnern und Paranoikern gestempelt, ihre Prognosen werden als „haltlose Gerüchte“ oder „Lügen“ abgetan – bis dann schrittweise ALLES eintritt, was sie prophezeit haben. So war es beim ersten Lockdown, als bis 48 Stunden vor der tatsächlichen Geschäftsschließungen öffentliche Mutmaßungen hierüber von der Bundesregierung als „Fake-News“ bezeichnet wurde. So war es mit der Maskenpflicht – erst nur in Geschäften, dann im ÖPNV, mittlerweile auch im Freien. So war es mit den Reisebeschränkungen, mit der Kontaktnachverfolgung, mit Ausgangssperren. Inzwischen sind wir bei 15 Kilometer Bewegungsradius angelangt, beim Verbot von Sport im Freien. Es ist eine einzige Farce.

    Leere Versprechungen werden abgegeben – und dann dreist gebrochen, wieder und wieder. Stets behalten die Zweifler recht, weil es GENAU SO und sogar schlimmer kommt wie von ihnen – unter bösartigsten Anfeindungen – vorhergesagt. Aktuelles Beispiel ist die Impfpflicht: Diese wurde ebenso kategorisch ausgeschlossen wie Nachteile für Nichtgeimpfte – und beides steht inzwischen zur Disposition; Söder denkt schon laut über eine Impflicht für Pflegeberufe nach. Dies ist erst der Anfang; ist das Tabu einmal gebrochen, gibt es kein Halten mehr. Gedächtnisverlust und Verdrängung sind die mächtigsten Verbündeten der Herrschenden: Das in sie gesetzte Vertrauen ist grenzenlos, weil sich niemand mehr daran erinnert, was sie gestern noch erklärt und versprochen haben.

    Am Ende drohen wir in einem Land aufzuwachen, dessen Lebensalltag sich von Nordkorea nicht mehr unterscheidet.

    Beängstigend ist der Gleichmut, mit dem das Volk die Maßnahmen nach wie vor schluckt. „Sollen wir etwa gar nichts tun, bei diesen Zahlen?“ – „Was soll die Regierung denn bitte machen, wenn die Krise so schlimm ist?“ – so lauten die fatalistischen Standardreaktionen der Konformisten. Und genau hier liegt das Problem: Sie hinterfragen die Krise selbst nicht mehr. Tatsächlich wird diese nämlich ausschließlich durch Zahlen und Medienberichte vor uns ausgebreitet. Es ist eine eingeredete Katastrophe. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen dieser „Pandemie“ und allen Früheren: Sie tangiert uns nicht durch die Krankheit selbst, sondern durch staatliche Repressalien. In der persönlichen Wahrnehmung der allermeisten Menschen existiert Corona nicht. Es sterben nicht rechts und links in der Nachbarschaft Menschen, es werden nicht in jeder Straße Leichen aus den Häusern geholt, es gibt in der Aktivbevölkerung keine Betroffenen der Pandemie. Die allermeisten „Infizierten“, die nicht einmal wissen, ob sie es tatsächlich sind, sind ebenso fit wie Nichtinfizierte. Und ihre Zahl bleibt ungefähr konstant, weil seit Wochen ebenso viele genesen wie sich „anstecken“.

  3. Liebe Einzelhändler und Gastronomen,
    schließt Euch landesweit zusammen und öffnet Eure Läden. Haltet Euch dabei an die sonstigen AHA-Regeln.
    Nehmt die Sanktionen zunächst in Kauf und beschäftigt neben den Ordnungsbehörden die Anwälte und Gerichte. So kann und darf es nicht weitergehen.
    Ihr zahlt ansonsten den weitaus höheren Preis für grobes politisches Versagen.

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