„Stunde der Wintervögel“ – beliebte Zählaktion startet zum Ende der Woche

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Symbolbild; Patrick Pleul

MAINZ. In der Pandemie sind mehr Menschen zuhause, niedrige Temperaturen locken mehr Vögel in die Siedlungen. Das sind gute Voraussetzungen für die Zählaktion des Naturschutzbunds.

Naturfreunde sind zum Ende der Woche aufgerufen, eine Stunde lang vor das Fenster oder in den Garten zu schauen und Vögel zu zählen. Vor einem Jahr beteiligten sich in Rheinland-Pfalz 8018 Menschen an der Aktion des Naturschutzbunds (Nabu) unter dem Motto «Stunde der Wintervögel». Von jeder Vogelart wird die höchste Anzahl notiert, die während einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist, und dann online, telefonisch oder mit der Post übermittelt.

Aus zwei Gründen hofft der Nabu auf besonders viele Meldungen der von Freitag bis Sonntag laufenden Aktion: Zum einen sind wegen der Corona-Pandemie viele Menschen zuhause und beschäftigen sich dann auch mehr mit der Natur vor ihrer Haustür. Zum anderen könnten die kalten Temperaturen in dieser Woche dazu führen, dass mehr Vögel zu sehen sind. «Nach dem Kälteeinbruch der vergangenen Tage halten sich Vögel vermehrt im Siedlungsumfeld auf», sagt Fiona Brurein vom Nabu Rheinland-Pfalz. Die Datenreihen der vergangenen Jahre zur «Stunde der Wintervögel» zeigen, dass in einem milden Winter nicht so viele Vögel am Futterhäuschen zu sehen waren.

Die Daten liefern eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in den Städten und Dörfern und helfen so dabei, Entwicklungen in der heimischen Vogelwelt in ihrer Vielfalt besser zu verstehen und Vögel besser zu schützen. Besonderes Augenmerk gilt diesmal der Blaumeise, die im vergangenen Frühjahr unter einer Epidemie litt, ausgelöst durch das Bakterium Suttonella ornithocola. Bei der «Stunde der Gartenvögel» im Mai 2020 wurden daraufhin deutlich weniger Blaumeisen beobachtet.

Besonders interessant ist außerdem in jedem Jahr, welche seltenen Arten diesmal beobachtet werden. Vor einem Jahr führte der Haussperling mit mehr als 39 000 Sichtungen die Rangliste zur «Stunde der Wintervögel» in Rheinland-Pfalz an. Danach folgten Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Star.

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