„Es ist eine Katastrophe“ – Lockdown als „weiterer Knockdown“ für Buchhändler

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Frank Rumpenhorst - dpa

Die Anordnung zur Schließung der Geschäfte ab Mittwoch trifft Buchhändler in Rheinland-Pfalz hart. «Es ist eine Katastrophe», sagte am Montag Franz-Josef Burkhart von der Buchhandlung «Blaue Blume» in Kaiserslautern. Die Verluste in der umsatzstärksten Woche des Jahres ließen sich nicht mehr aufholen.

«Es ist für uns kleine Buchhändler ein weiterer Knockdown», sagte Michael Hoffstadt in Koblenz. Die Schließung bedeute eine zusätzliche Wettbewerbsverzerrung im ohnehin schwierigen Konkurrenzkampf mit den großen Online-Händlern. «Es ist klar, wer sich da die Hände reibt.» Klagen helfe nicht weiter und mache nur depressiv. Kleine Buchhändler hätten angesichts der schwierigen Bedingungen der Branche seit Jahren gelernt, sich immer wieder etwas Neues auszudenken. Diesmal aber sei zu erwarten, dass spätestens im zweiten Halbjahr 2021 die wirtschaftlichen Auswirkungen im Buchhandel sichtbar seien.

In Erwartung der Schließung wurden Buchläden in Mainz bereits gleich nach Öffnung am Montag von Kunden überrannt. «Es ist die Hölle los», sagte eine Verkäuferin der Dom-Buchhandlung in Mainz. «Es kommt ein Kunde nach dem anderen und ein Anruf nach dem anderen.» Wegen der bereits seit Anfang November wieder verschärften Bestimmungen für den Besuch von Läden lässt die Buchhandlung Blaue Blume nur noch drei Kunden gleichzeitig ein. So kam es nach Angaben des Inhabers am Montag immer wieder zu Warteschlangen vor dem Geschäft. Burkhart erwartet, dass die Schließung mindestens bis 20. Januar dauern werde. (dpa)

1 KOMMENTAR

  1. Tja, da rächt sich mal wieder, dass das Internet für die meisten kleinen Einzelhändler „Neuland“ ist. Gerade als Buchhändler musst du doch da dank Buchpreisbindung keinerlei Angst haben vor einem „Unterbietungs-Wettbewerb“.

    Aber ne, jeder Händler, dem ich schon VOR Corona gesagt habe, er soll sich doch nen Online-Shop bauen oder einfach nur einen Ebay-Händler-Account erstellen hat damals abgewunken und mir gesagt: ne, da muss ich mich ja auch noch um sowas kümmern!

    Von daher hält sich mein Mitleid in Grenzen. Wer eben nicht bereit ist, mit der Zeit zu gehn, der kommt unter die Räder.

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