Trier: Gewerkschaft NGG und Landal GreenParks unterzeichnen Haustarifvertrag

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v.l.n.r.: Jaap Schuurman, Regional Director DACH; Sonja Schumacher, HR Manager DACH; Carsten Jung, Betriebsratsvorsitzender Landal GreenParks GmbH; Jerome Frantz, Verhandlungsführer NGG. Foto: Landal GreenParks

TRIER. Mit einem neuen Haustarifvertrag haben der Ferienparkanbieter Landal GreenParks und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft der Mitarbeiter*innen in Trier und den elf deutschen Landal Ferienparks gelegt. Letzte Woche wurde der Tarifpakt in Trier unterzeichnet.

Er greift ab dem 1. Januar 2021 für rund 500 Beschäftigte in ganz Deutschland und beinhaltet unter anderem Sonn- und Feiertagszuschläge, Lohnsteigerungen für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine steuerfreie Corona-Prämie.

Tariflich zugesicherte Sonn- und Feiertagszuschläge sind in der Tourismus- und Gaststättenbranche eine Seltenheit und in Zeiten der Corona-Pandemie schwer zu verhandeln. Die Beschäftigten von Landal GreenParks haben diese Zuschläge ab dem 1. Januar 2021 vertraglich zugesichert. Der Manteltarifvertrag zwischen NGG und Landal enthält Regelungen zu attraktiven Gehalts- und Arbeitskonditionen. Die im Haustarifvertrag enthaltene Tarifvereinbarung hält fest: Um Gehaltseinbußen während der Kurzarbeit zu berücksichtigen und als Dankeschön für den engagierten Einsatz erhalten alle Beschäftigten, auch Aushilfen, eine steuerfreie Corona Sonderzahlung von bis zu 600 Euro.

Die Rahmenbedingungen in der Tourismusbranche verlangen von Unternehmen und Beschäftigten immer mehr Flexibilität. Um dieser gewünschten Flexibilität Rechnung zu tragen, hat Landal einen Urlaubsanspruch von bis zu 31 Tagen eingeführt. Diese Tatsache würdigt das neue Tarifwerk mit nachvollziehbaren und fairen Regelungen. Für Landal GreenParks ist es ein entscheidender Schritt, um die Expansion in Deutschland weiter langfristig planen und mit qualifizierten, motivierten Mitarbeiter:innen umsetzen zu können.

„Dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit den Verhandlungspartnern der NGG haben wir einen Tarifvertrag vereinbart, in dem für beide Seiten die wichtigsten Kernpunkte umgesetzt sind“, so Jaap Schuurman, Regionaldirektor DACH Landal GreenParks. „Gerade in den aktuell unsicheren Zeiten ist es uns wichtig, dass wir allen Mitarbeiter:innen auch langfristig einheitliche Ansprüche und gute Arbeitskonditionen bei Landal zusichern können. Wir haben für den Tarifvertrag auch die dynamischen Veränderungen der Rahmenbedingungen berücksichtigt und ein Tarifwerk ausgearbeitet, das Kontinuität für die Zukunft garantiert.“

Der Verhandlungsführer der NGG, Jerome Frantz, begrüßt, dass Landal GreenParks „trotz schwieriger und harter, aber auch konstruktiver Verhandlungen seiner sozialen Verantwortung gegenüber den Beschäftigten gerecht wird. Wir haben die vom Unternehmen geforderte Flexibilität in den Saisonzeiten mit den geltenden Arbeitszeitgesetzen und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten in Einklang gebracht. Im Gegenzug erhält zum Beispiel eine frisch ausgelernte Köchin nicht nur gut 300 Euro monatlich mehr als sonst in Rheinland-Pfalz üblich. Gewerkschaftsmitglieder haben sogar die Möglichkeit, einen Teil ihres Urlaubsgeldes in Freizeit umzuwandeln. Langjährig Beschäftigte können so bis zu 37 Urlaubstage jährlich erhalten, was die erhöhte Arbeitsbelastung in Saisonzeiten wieder ausgleicht.“

Seit 2018 gilt in Rheinland-Pfalz kein Entgelttarifvertrag mehr. Auch den Manteltarifvertrag hatte der Arbeitgeberverband 2019 gekündigt. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und die NGG konnten sich seither auf kein neues Tarifwerk mehr einigen. Im Februar 2019 begannen zwischen Landal GreenParks und der NGG direkte Verhandlungen, um bundeseinheitliche Arbeitskonditionen für die Beschäftigten der Landal GreenParks GmbH zu erreichen.

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