Bessere Vermarktungschancen? Klöckner legt Entwurf für neues Weingesetz vor

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Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, sitzt beim "Nationalen Waldgipfel" in einem Berliner Hotel. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa-Archivbild

REGION. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat den von rheinland-pfälzischen Winzern mit Spannung erwarteten Entwurf für das neue Weingesetz vorgelegt. Es solle bessere Vermarktungschancen für deutsche Winzer bringen und Verbrauchern mehr Klarheit und Orientierung, teilte das Ministerium in Berlin am Freitag mit. Ziel sei mehr Wertschöpfung und der Ausbau von Marktanteilen. Laut Ministerium könnte das neue Gesetz im Dezember in Kraft treten.

Ein Kernelement ist demnach eine veränderte Herkunftsangabe auf den Flaschen. Sie soll sich künftig stärker an der geografischen Herkunft orientieren, ähnlich dem in romanischen Ländern üblichen Prinzip «Je kleiner die Herkunft, desto höher die Qualität». Bislang stellte das deutsche Weinrecht die Angabe der Rebsorten in den Mittelpunkt, oft verbunden mit Jahrgang und Namen der Weinbergslage. In Frankreich, Italien oder Spanien steht die Herkunftsangabe im Zentrum, wobei für Weine mit höherem Qualitätsanspruch die genaue Lage genannt wird, für Landweine allenfalls die Region. Auch das EU-Recht orientiert sich an dem Modell. Hierzulande hatten sich Winzer mit größeren Flächen oder Genossenschaften kritisch zur Zuspitzung auf Lagenweine geäußert.

Der Entwurf aus dem Ministerium von Julia Klöckner (CDU) sieht außerdem vor, die genehmigungsfähige Fläche für Neuanpflanzungen weiter auf jährlich 0,3 Prozent der mit Reben bepflanzten Gesamtfläche zu begrenzen. Dies gilt zunächst bis 2023 und soll den Angaben zufolge ein drohendes Überangebot verhindern. Darüber hinaus soll die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft mehr Geld zur Unterstützung von Winzern bekommen.

Das rheinland-pfälzische Weinbauministerium kündigte an, den Gesetzentwurf prüfen zu wollen. Der Deutsche Weinbauverband (DWV) in Bonn lobte, das Bundesministerium habe dem Bestreben der Wirtschaft entsprochen, das Weinrecht stärker am herkunftsorientierten Ansatz des Unions-Rechts auszurichten. Die jeweiligen Gebiete seien frei, ihre Gebietsprofile selbstständig auszuarbeiten. DWV-Präsident Klaus Schneider und -Generalsekretär Christian Schwörer teilten mit, der nächste Schritt auf dem Weg hin zu einem qualitätsorientierten Herkunftssystem sei gemacht.

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