Die Tanzschulen in Rheinland-Pfalz legen wieder los

Rumba, Hip Hop, Ballett und Co. stehen jetzt wieder auf dem Programm - alles mit Abstand und viel Belüftung. Manch eine Schule behält ihre Online-Kurse bei.

0
Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Tanzsportbegeisterte in Rheinland-Pfalz können sich freuen: Ab dem (morgigen) Mittwoch (27. Mai) dürfen sie das Tanzbein schwingen, ob beim Ballett, im Hip Hop oder beim Gesellschaftstanz. «Die Gäste sind so glücklich, dass es los geht», sagte Tanzschulen-Inhaberin Cornelia Willius-Senzer aus Mainz.

Da zunächst nur Paare mit festem Tanzpartner oder aus einem Haushalt unterrichtet werden dürfen, müssen bei Willius-Senzer die Schülerkurse etwas angepasst werden. Sie würden so abgehalten, dass jeder einzeln ohne Partner die Schritte der Gesellschaftstänze in Form von «Line Dances» erlerne, berichtete die Vorsitzende der FDP-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag.

Wie viele Paare oder Einzeltänzer sich um sich selbst drehen dürfen, hängt von der Raumgröße ab. Nach dem aktuellen Hygienekonzept der Landesregierung ist grundsätzlich eine Person je zehn Quadratmeter erlaubt. Beim Gesellschaftstanz sind es zehn Quadratmeter je Paar. Dabei muss jederzeit ein Abstand zwischen den Paaren von 1,5 Metern eingehalten werden können.

Claudius Volkert gibt seine Tanzkurse in den Räumen eines Fitnessstudios in Koblenz. Ab Freitag will er durchstarten. Die Säle seien mit Markierungen auf dem Boden so aufgeteilt, dass die Paare Abstand halten könnten. «Wir fangen mit den lateinamerikanischen Tänzen an, wo alle auf der Stelle tanzen», erklärte Volkert.

Auch die Schülerkurse seien bereits in Planung, allerdings zunächst nur Kurse, in denen die Jugendlichen schon einen festen Tanzpartner haben. Einen Partnerwechsel innerhalb des Kurses werde es dann nicht geben. Eine Maske sei nur beim Rein- und Rausgehen Pflicht. Die Schüler werden im Freien abgeholt, so dass sich die verschiedenen Gruppen nicht in den Räumlichkeiten begegnen.

So will es das Tanzstudio Bernadette Wacht in Trier ebenfalls umsetzen. Wacht, die neben Ballett auch Modern und Jazz Dance unterrichtet, ärgert sich über die Gleichsetzung von Tanzschulen, Fitnessstudios und Ballettschulen. Das Hygienekonzept habe sie daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen. In ihrem Trierer Studio mit zwei Räumen kann sie nur acht beziehungsweise vier Personen inklusive Trainerin unterbringen. «Ich wäre froh, wenn ich auch in dem kleinen Raum acht unterrichten könnte, weil das unser Ballettsaal ist», erklärte Wacht. Die Abstände seien an der Ballettstange gut einzuhalten. Um eine entsprechende Genehmigung will Wacht sich nun bemühen.

Der Allgemeine Deutsche Tanzlehrer-Verband e. V (ADTV) empfiehlt seinen Mitgliedern, dass nicht alle Tanzschüler gleichzeitig in die Tanzsäle gelangen. «Die Tanzschulen sind aufgefordert, ein jeweils den spezifischen räumlichen Gegebenheiten angepasstes Konzept zur Wegeführung zu entwickeln», heißt es in einem Merkblatt. Zudem müsse für ausreichend Lüftung gesorgt werden. Das Hygienekonzept der Landesregierung schreibt vor, alle Räumlichkeiten im Abstand von 20 Minuten für jeweils 15 Minuten zu lüften.

«Die Planungen haben schon sehr früh begonnen», sagte Michael Behneke, Regionalbeauftragter vom ADTV. Die Reaktionen der Kunden seien unterschiedlich. Manch einer wollte sofort wieder loslegen, andere blieben lieber vorsichtshalber zuhause. Einige Tanzschulen würden zweigleisig fahren: «Man nimmt einen gewissen Betrieb wieder auf, behält die entstandenen Online-Angebote aber bei», erklärte Behneke.

Bei Willius-Senzer in Mainz etwa lernen die Kunden über ein Online-Portal wochenweise den Unterrichtsstoff zuhause. Wer möchte, behält das auch in Zukunft bei.

Vorheriger ArtikelWenn die Stadt erblüht: StadtGrün bepflanzt Trier
Nächster ArtikelBeschwerden über Diskriminierung Behinderter häufen sich

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.