Beschwerden über Diskriminierung Behinderter häufen sich

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Beschwerden über Diskriminierungen behinderter Menschen etwa in Geschäften häufen sich in der Pandemie nach Angaben des Integrationsministeriums in Rheinland-Pfalz. Aus Unwissenheit und Sorge vor einem Bußgeld werde Menschen mit Behinderungen der Zutritt zu Läden verwehrt, teilte das Ministerium am Dienstag in Mainz mit.

Dabei sei inklusives Denken und respektvolles Handeln im Corona-Alltag besonders wichtig, sagte der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Matthias Rösch, laut einer Mitteilung. Er hat gemeinsam mit der Landesantidiskriminierungsstelle ein Merkblatt zu dem Thema erarbeitet, das Ladeninhaber informieren soll.

Integrations- und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) sagte: «Wenn Menschen mit Behinderungen vom Einkaufen im Supermarkt oder im Blumenladen oder vom Friseurbesuch ausgeschlossen werden, verstößt das gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.» Das Ministerium wies darauf hin, dass beispielsweise einige Menschen im Falle einer ärztlichen Bescheinigung von der Maskenpflicht im ÖPNV oder in Geschäften ausgenommen seien, etwa Personen mit Lungenerkrankungen oder mit bestimmten Traumatisierungen. Für Menschen mit Hörbehinderungen schränke eine Maske die Kommunikation ein, für blinde oder sehbehinderte Menschen könne die Einhaltung des Sicherheitsabstandes problematisch sein. So seien beispielsweise Blindenführhunde auf einen Abstand von einem halben Meter trainiert.

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