Großübung «Defender»: Logistik läuft in der Pfalz zusammen

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Soldaten arbeiten im Rahmen des Großmanövers «Defender Europe 20» im Operationszentrum. Foto: Uwe Anspach/dpa

KAISERSLAUTERN. Die USA testen mit einem Manöver, wie Tausende Soldaten schnell nach Osteuropa verlegt werden können. Das geschieht in Zusammenarbeit mit europäischen Verbündeten – zum Beispiel mit etwa 4000 Bundeswehrsoldaten. Die Koordination geschieht ist Kaiserslautern.

Rheinland-Pfalz ist Planungsdrehscheibe für die größte Verlegeübung der US-Streitkräfte über den Atlantik seit 25 Jahren. Die logistischen Fäden für das aktuelle Großmanöver «Defender Europe 2020» laufen in der Panzer-Kaserne in Kaiserslautern zusammen, wie Oberstleutnant Ralph Mockler am Mittwoch in der pfälzischen Stadt sagte. Die dortigen Soldaten der US-Armee sowie von mehreren Nato-Verbündeten koordinieren den Transport quer durch Deutschland nach Polen und ins Baltikum, sagte der 52-Jährige.

Bei «Defender Europe 2020» werden etwa 20 000 Soldaten von den USA testweise nach Osteuropa verlegt. Unter Führung der US-Streitkräfte nehmen rund 37 000 Soldaten aus 18 Ländern an der mehrmonatigen Übung teil. «Die Übung dient der Abschreckung und damit der Sicherheit Europas», hatte Brigadegeneral Hartmut Renk, Chef des Stabes von US Army Europe, gesagt. Die Bundeswehr sieht in dem derzeit laufenden Manöver einen wichtigen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung. Es diene dazu, langfristig militärische Fähigkeiten aufzubauen.

In Kaiserslautern ist der Deutsche Mockler verantwortlich für die Operationszentrale. Dort sitzen Soldaten aus mehreren Nato-Ländern an Rechnern, um unter anderem die Konvois mit Soldaten und Ausrüstung zu steuern und koordinieren. Ziel sei unter anderem, das Überqueren der einzelnen Staatsgrenzen zu beschleunigen, sagte der aus Ulm stammende Mockler. Auch der Zustand der einzelnen Verkehrswege werde geprüft sowie Kontakt zu örtlichen Behörden wie der Polizei aufgenommen.

Was die Großübung betreffe, habe die Verkehrsinfrastruktur von Rheinland-Pfalz das Gröbste wohl hinter sich, meinte Mockler. Im Bundesland seien die Auswirkungen kaum mehr spürbar. In der Westpfalz gab es demnach einige Militärkonvois, allerdings in Absprache mit den Behörden außerhalb der Hauptverkehrszeiten nach 19.00 Uhr.

Den Rückweg tritt die Armee nicht durch Rheinland-Pfalz an. Nach Abschluss der Übung im Mai fahren die Einheiten zum nächstgelegenen Hafen etwa in Polen und im Baltikum und kehren in die USA zurück.

Die US-Armee übt mit «Defender Europe 2020», wie Tausende Soldaten und Material möglichst schnell aus den USA nach Osteuropa verlegt werden können. Das geschieht in Zusammenarbeit mit den europäischen Verbündeten – zum Beispiel auch mit etwa 4000 Bundeswehrsoldaten.

Im sogenannten RMCC in Kaiserslautern, für das Oberstleutnant Mockler vom Nato-Kommando JSEC verantwortlich ist, werden etwa Routenpläne koordiniert. Zudem ist in der Kaserne das sogenannte JSCC, eine Art Sicherheitszentrale, angesiedelt. Hier werden zum Beispiel mögliche Einsätze von Rettungskräften abgestimmt.

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