KOBLENZ. Jahrhundertelang haben Fähren die beiden Moselufer beim heutigen Koblenzer Stadtteil Lay verbunden. Doch nun ist Schluss damit: Ein Unternehmer hat die letzte, schon stillgelegte Fähre für einen symbolischen Euro von der Stadt gekauft, um sie als kulturelles Erbe vor der Verschrottung zu retten. Am Freitagabend war nach Angaben der Stadtverwaltung am Moselufer in Lay ein Abschiedsfest geplant. Dabei sollte das rund 90 Jahre alte, kleine Schiff aus dem Wasser gehoben und mit nächtlichen Straßensperrungen abtransportiert werden.
Die Tochter des Ochtendunger Gerüstbaufirma-Inhabers Jürgen Löhr, Lisa Löhr, sagte: «Mein Vater hat angeboten, dass die Fähre bis zu fünf Jahre auf unserem Firmengelände stehen kann, bis feststeht, wie sie in Lay irgendwo museumsmäßig aufgestellt werden kann.»
Seit wenigen Jahrzehnten überspannt nur wenige Kilometer von der ehemaligen Fährverbindung entfernt eine Straßenbrücke die Mosel. Die 24 Meter lange und 7 Meter breite Fähre verkehrte daher in den vergangenen Jahren nur noch in den Sommermonaten. Schließlich fand die Stadt Koblenz nach eigenen Angaben keinen Fährmann mehr: «Daher entschloss sich die Stadtverwaltung, die Fähre endgültig aufzugeben.»