Abriss zweier Großtalbrücken der A61 läuft – ohne Sprengung

0
Bei den Abbrucharbeiten kommt ein Demontagegerät zum Einsatz. Foto:Hannes P. Albert/dpa

DAXWEILER/BAD KREUZNACH – Der Ersatzneubau der Großtalbrücken Tiefenbachtal und Pfädchensgraben der Autobahn 61 ist im vollen Gange. Derzeit läuft der Rückbau der Bestandsbauwerke bei Daxweiler im Landkreis Bad Kreuznach, wie die Autobahn GmbH bei einer Baustellenbegehung am Tiefenbachtal vorführte.

«Die Brücke können wir nicht sprengen aus naturschutzfachlichen Gründen», erklärte Sandro Vincenzi, Leiter der Außenstelle Wiesbaden der Autobahn GmbH, das Vorgehen. «Wir haben hier ganz viel Natur um uns herum, wir haben hier Wildtierkorridore, insbesondere die Wanderwege der Wildkatze.»

Mit einem Demontagegerät werden daher die Brückenteile laut Vincenzi nach und nach abmontiert. Das braucht Zeit: Der Abriss der Tiefenbachtalbrücke soll bis Anfang 2027 abgeschlossen sein, bei der Pfädchengrabenbrücke wird es voraussichtlich bis Ende 2027 dauern, wie die Autobahn GmbH informierte.

Die Abrissarbeiten sind Teil des Ersatzneubaus der Großtalbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal der A61. In beide Fahrtrichtungen werden die Fahrbahnen auf je drei Streifen ausgebaut. Bis Ende 2029 soll nach aktuellem Stand der Neubau der Brücken abgeschlossen sein.

Weniger Stau

Der Autobahn GmbH zufolge sind die mehr als 50 Jahre alten Bauwerke den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen und müssen daher erneuert werden. Besonders der Schwerlastverkehr habe deutlich zugenommen.

Nach dem vollständigen Abbruch der alten Talbrücken soll der Ersatzneubau der südlichen Brückenhälften starten. Die Verkehrsumlegung im zweiten Bauabschnitt auf die neue Richtungsfahrbahn Koblenz und den beiden neuen, nördlichen Talbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal ermöglicht den Angaben nach bereits jetzt einen deutlich flüssigeren Verkehr.

«Die Kosten werden natürlich höher sein», sagte Vincenzi mit Blick auf die ursprünglich kalkulierten Baukosten von rund 150 Millionen Euro. Der Anstieg liege zum einen an der Inflation, zum anderen an der Corona-Pandemie und aktuellen Krisen, die zu Kostensteigerungen und Lieferschwierigkeiten führten.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.