KOBLENZ/ANTWEILER. (dpa/lrs. – News) Wegen mutmaßlicher Misshandlungen ihrer kleinen Schützlinge stehen von heute an vier ehemalige Erzieherinnen vor dem Landgericht Koblenz. Betroffene Eltern haben lange auf den Prozessbeginn gewartet – die Vorkommnisse im Kindergarten Regenbogen in Antweiler im Kreis Ahrweiler sorgten schon vor rund fünf Jahren bundesweit für Schlagzeilen.
Die Staatsanwaltschaft wirft drei der Angeklagten Misshandlungen zwischen Februar 2012 und November 2013 vor. Die vierte Frau habe die Taten nicht verhindert. Unruhige Kinder sollen die Erzieherinnen an ihren Stuhl gefesselt oder in zu kleine Hochstühle gequetscht haben. Sie sollen auch Kindern den Mund zugeklebt haben. Kinder, die ihr Essen ausgespuckt hätten, sollen in abgedunkelte Räume gesperrt, geschlagen oder anderweitig gezwungen worden sein, das Essen erneut in den Mund zu nehmen und herunterzuschlucken.
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Die Anklageschrift listet Misshandlung von Schutzbefohlenen, Freiheitsberaubung und Nötigung auf. Die vier Frauen im Alter von heute 31, 34, 48 und 55 Jahren haben nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe bestritten. Sie sind auf freiem Fuß. Vorerst sind 13 Verhandlungstage bis zum 12. Juli geplant.