Derby! Jetzt gilt’s!

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Nach längerer Pause wird Laurynas Samenas wieder in einem Heimspiel zum Einsatz kommen.

Bildquelle: Helmut Thewalt

TRIER. TBB Trier gegen Telekom Baskets Bonn. Der historisch versierte Trierer Basketballfan denkt bei Erwähnung dieser Paarung an große Basketball-Spiele. An wahre Schlachten bei bester Stimmung, die früher in Hallen wie dem „Sportzentrum Hardtberg“ und der „Halle am Mäushecker Weg“ geschlagen wurden und heutzutage in der Arena Trier bzw. im Telekom Dome stattfinden. Bleibt zu hoffen, dass es erneut zu einem denkwürdigen Duell (Samstag, 18.30 Uhr, Arena Trier) kommt.

Man erinnert sich in Trier in der jüngeren Vergangenheit an die Playoff-Serie 2004, an das Bonner 48:65-Debakel im Oktober 2010, an Maik Zirbes‘ Dunking zum 71:70 Anfang 2012, natürlich an Nate Linharts unfassbaren Gamewinner nach Offensivrebound im Februar 2013. An das 86:66-Weihnachtsspiel in Bonn 2013 mit Gala-Vorstellung von Andi Seiferth (27 Punkte/13 Rebounds). Und an ein hart umkämpftes 75:71 im April 2014 mit einem Zirkuswurf im Rückwärtsfallen von Trevon Hughes. Die ewige Statistik verzeichnet seit dem Bonner Aufstieg 1996 insgesamt 42 Begegnungen, 25 davon gewannen die Telekom Baskets. Allerdings ist die Trierer Heimbilanz positiv: elf Siegen stehen neun Niederlagen gegenüber – Trier ist, historisch gesehen, für die „Riesen vom Rhein“ also kein allzu gutes Pflaster.

Auch in der aktuellen Saison kommen die Telekom Baskets Bonn wieder als Favorit an die Mosel. Die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer, der seit Mai 2013 an der Bonner Seitenlinie steht, belegt nach zuletzt drei gewonnenen Spielen gegen Göttingen, die Artland Dragons und den Mitteldeutschen BC Platz 4 der Tabelle – und befindet sich damit auf einem sehr gutem Weg in Richtung Playoffs. Das ist – mindestens – auch das erklärte Saisonziel. Coach Fischer sagte vor Saisonbeginn: „In Bonn ist noch mehr möglich“, und bezog sich damit auf das Erreichen des Viertelfinales in der letzten Saison. Auf die Frage, wer denn Meister wird, wich er taktisch geschickt aus: „Man muss im Frühjahr seinen besten Basketball spielen.“

Insgesamt 14 Siege stehen für Fischer und sein Team zu Buche. Unter anderem schlug Bonn die Brose Baskets und die Basketball Löwen Braunschweig und gewann im November auch das Hinspiel gegen Trier, zu deutlich, mit 88:71. Hauptverantwortlich für den 16. Heimsieg gegen Trier war Steve Wachalski, der der TBB ganze acht Dreier einschenkte – höchste Vorsicht ist also am „Perimeter“ geboten, damit das nicht nochmal passiert.

Trierer Personalprobleme reißen nicht ab
Neben Wachalski muss die Trierer Verteidigung am Samstagabend ein scharfes Auge auf Tadas Klimavicius und Angelo Caloiaro haben. Der litauische Center-Routinier Klimavicius macht 13,2 Punkte und holt 5,8 Rebounds pro Spiel; Caloiaro, vor der Saison als effizientester Spieler der Liga aus Weißenfels nach Bonn gewechselt, kommt auf 11,8 Punkte, 4,4 Rebounds und starke 1,5 Steals. Der Vorzeigeathlet Ryan Brooks (11,2) und Benas Veikalas (10,7), der zweite Litauer im Team, punkten im Schnitt ebenfalls zweistellig. Die Fäden der Bonner Offensivmaschine zieht Point Guard Eugene Lawrence mit 5,4 Assists pro Spiel – stark! Auch Lawrence‘ Back Up Mickey McConnell weiß mit 9 Punkten und 4,2 Assists durchaus zu überzeugen. Mit Dirk Mädrich und dem bereits erwähnten Steve Wachalski kommt jede Menge Erfahrung auf den großen Positionen von der Bank, Andrej Mangold ist ein starker Verteidiger, der der Mannschaft, ähnlich wie Wachalski, jederzeit einen Energieschub geben kann. Insgesamt konnten Coach Fischer und sein Assistent Carsten Pohl den Weggang von Jamel McLean (wechselte nach Berlin und gilt dort als heißer Anwärter auf den MVP-Titel 2014/15) offensichtlich sehr gut kompensieren.

Eine bemerkenswerte Statistik „aus der zweiten Reihe“: dreimal mussten die Telekom Baskets in dieser Saison bereits in die Verlängerung, so oft wie kein anderes Team der Beko BBL.
Henrik Rödl lobt die Telekom Baskets für eine „super Saison“ – und die hat Gründe: „Sie sind gut zusammengestellt, und die Entscheidung, mit McConnell einen zweiten Point Guard mit diesem Format dazu zu holen, hat ihnen gut getan, damit haben sie zwei Aufbauspieler, die gerne passen, aber auch scoren können. Bonn lässt den Ball laufen wie vielleicht keine andere Mannschaft in der Liga, alle können werfen, alle können Situationen lesen. Sie stehen auf dem Feld eng zusammen, entsprechend wird unsere Defensive am Samstag gefordert sein.“
Unterdessen reißen die Personalprobleme bei der TBB nicht ab. Nach der Erkältungswelle aus den letzten Spielen, sind jetzt neue Verletzungen dazu gekommen: Ricky Harris zog sich im Spiel in Bamberg eine Bänderdehnung im Sprunggelenk zu und fällt für das kommende Wochenende sicher aus. Schlimmer erwischte es Tony Canty, er erlitt im Training einen Muskelfaserriss in der Leiste – Zwangspause über „einige Wochen“, so Rödl am Donnerstag.

Trotzdem freut sich der Coach auf das Aufeinandertreffen mit dem Derbygegner: „Spiele gegen Bonn sind immer besonders, die Derbystimmung bringt gute Energie. Die können wir natürlich gut brauchen. Die Mannschaft hat gut und vor allem in Ruhe trainiert, trotz der erneuten Ausfälle. Wir hoffen, dass wir an die guten Leistungen anknüpfen können, die wir während dieser Saison schon gezeigt haben. Wir werden alles geben und an die Siegchance glauben.“

Tickets: Hotlines 0651-9790777 und 00352-20301011, www.tbb-trier.de/tickets sowie an über 500 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. – Die Arena Trier öffnet um 16:30 Uhr.

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