Basketball-Bundesliga: TBB Trier empfängt Eisbären Bremerhaven zum Kellerduell

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Anthony Canty wird gemeinsam mit Jermaine Anderson wieder für den Spielaufbau zuständig sein.

Bildquelle: Helmut Thewalt

TRIER. In einer für den Kampf gegen den Abstieg eminent wichtigen Partie trifft Basketball-Bundesligist TBB Trier am morgigen Samstag (20.30 Uhr) in der Arena Trier auf den Tabellennachbarn Eisbären Bremerhaven. Beide Teams stehen wegen der Platzierung und der letzten Resultate unter Erfolgsdruck.

Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste – eine Binsenweisheit im Profisport. Auch dass Tabellenstände nur von sekundärem Interesse sind, hat man schon oft gehört. Die Aussagekraft von Platzierungen ist sicher Auslegungssache. Spielt der nächste Gegner so, wie es der Tabellenplatz vermuten lässt? Ist er nicht eigentlich besser oder vielleicht auch schlechter? Gehört er „dort unten“ oder „dort oben“ wirklich hin? Falls nein, wann klettert bzw. fällt er dort raus? Fragen, die in der Spielvorbereitung nicht viel wert sind, denn am Ende zählt, was auf dem Parkett passiert – so auch beim nächsten Heimspiel der TBB Trier gegen Bremerhaven. Allerdings: Besonders wichtig, und zwar auch wegen des Tabellenstands ist dieses Spiel allemal. Denn die Eisbären Bremerhaven stehen mit fünf Siegen auf Platz 17 der Tabelle, dem ersten Abstiegsplatz; die TBB belegt mit nur einem Sieg mehr Platz 15. Es ist eng am unteren Ende des Tableaus – und mit einer Revanche für die 66:86-Hinspielniederlage könnte Trier einen gefährlichen Konkurrenten auf Distanz halten.

Die Voraussetzungen dafür sind nicht einfach. Das Hinspiel in Bremerhaven war aus Trierer Sicht eine Partie zum vergessen. Das Team von Trainer Henrik Rödl war gegen die vor allem aus der Distanz extrem treffsicheren Norddeutschen chancenlos. Zwölf Dreier landeten im Trierer Korb. Bermerhaven agierte auch als Team besser. 23 Assists der Gastgeber standen nur zwölf der Moselaner gegenüber. Wie bereits in den Jahren zuvor war Bremerhaven für Trier keine Reise wert, die Eisbären zeigten sich in heimischer Halle gegen Trier stark und selbstbewusst.

Gehört der heutige Gegner also zu Beginn der Rückrunde auf Tabellenplatz 17? Nach ihrem Heimsieg gegen die TBB Mitte Dezember lieferten die Gäste erneut eine Niederlagenserie von fünf Spielen ab. Zuletzt ging das Auswärtsspiel beim FC Bayern München mit 84:90 verloren, davor setzte es eine 20-Punkte-Klatsche gegen den Tabellenführer ALBA BERLIN (75:95). Besonders bitter für Calvin Oldham und sein Team sind über den Saisonverlauf aber eher die knappen Niederlagen: 82:83 in Bamberg gleich zum Auftakt, 86:88 gegen Ulm, 74:76 gegen Braunschweig und 80:84 gegen Tübingen, den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf – das war ein „Vierpunktespiel“. Siege gelangen lediglich in Hagen (ebenfalls knapp: 85:84), gegen Ludwigsburg (70:64), die FRAPORT SKYLINERS (71:62), Crailsheim (76:68) und Trier.

Dabei hat die Trainer Calvin Oldham, als Spieler eine Bundesliga-Legende, den Kader komplett umgekrempelt und dabei ein Team zusammengestellt, das sich statistisch sicher nicht zu verstecken braucht: Point Guard Lorenzo Williams (kam aus Lettland von BK Ventspils) verteilt starke 6,4 Assists pro Spiel und ist damit zweitbester Passgeber der Liga, dazu macht selbst auch noch 12,6 Punkte. Moses Ehambe wechselte aus der spanischen Liga an die Nordsee, der beste Dreierschütze in der Geschichte der amerikanischen D-League kommt auf 13,8 Punkte bei einer fast 50-prozentigen Quote.

Tyrus McGee (kam ebenfalls aus Spanien) und Devin Searcy (der einzige Spieler mit ausländischem Pass, der letztes Jahr schon bei den Eisbären war) überzeugen ebenfalls mit Wurfquoten, die jenseits der 50 Prozent liegen. Searcy holt dazu noch 8,3 Rebounds, auch das reicht für Platz 2 im Liga-Ranking, mehr Abpraller greift sich nur Ludwigsburg Jon Brockman. Der 36-jährige Sven Schultze füllt die ihm auf seine „alten Tage“ zugedachte Rolle als „erfahrener Energizer“ von der Bank perfekt aus, mit Jake O’Brien, dem Eigengewächs Jussuf El-Domiaty und dem Center-Riesen Nick Schneiders (2,21 Meter) komplettieren solide Rollenspieler den Kader.

Henrik Rödl ist sich denn auch sicher: „Bremerhaven hat zwar seit der letzten Begegnung mit uns keine Siege eingefahren, aber sie haben sehr gut gespielt. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass diese Mannschaft sehr gefährlich ist, dass sie Leute haben, die sehr gut werfen können. Wir werden defensiv alle Hände voll zu tun haben. Das wird ein schweres und spannendes Spiel, wir hoffen natürlich, dass da der Heimvorteil wieder greift und unsere Fans uns zum Sieg tragen.“

Platz 17 ist also sicher zu wenig für Bremerhaven, immerhin wollte Eisbären-Coach Oldham vor der Saison „besser abschneiden als im Vorjahr.“ Und wurden die Bremerhavener einen Platz vor Trier Zwölfter. Vor dem Hinspiel verbreitete Oldham mit der Aussage „Zugzwang kann positiv sein“, Zweckoptimismus. Damals gab ihm der Erfolg recht.

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