TRIER. Die derzeitige extreme Hitzewelle stellt eine außergewöhnliche Belastung für die Trierer Berufsfeuerwehr dar. Dank rechtzeitiger Vorplanung konnten die hohen Einsatzzahlen im Stadtgebiet abgearbeitet werden. Die Belastung beim Altstadtfest lag dagegen im normalen Rahmen.
Nie dagewesene Belastung für Rettungsdienst
Rund 30 Einsätze fahren die Rettungstransportwagen (RTW) der Trierer Berufsfeuerwehr an normalen Tagen, das Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) rückt drei bis viermal aus. Wegen der extremen Hitzewelle mit Temperaturen teils knapp über 40 Grad in Trier haben sich die Einsatzzahlen für die Berufsfeuerwehr, die in Trier den Rettungsdienst leistet, extrem erhöht. Nachdem sich der weitere Anstieg der Temperaturen Anfang der Woche abgezeichnet hatte, wurde zusätzlich zu den vier Regel-RTW ein fünfter von der Berufsfeuerwehr besetzt, am Samstag waren sogar sechs RTW 24 Stunden lang im Einsatz. Auch ein zweites Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) wurde besetzt. Statt 30 Einsätzen an normalen Tagen gab es beispielsweise am vergangenen Donnerstag 63 Einsätze der RTW und NEF, am Freitag 84 und am Samstag 82. Andreas Kirchartz, Leiter der Trierer Berufsfeuerwehr, sagt: „Diese Hitzewelle ist eine nie dagewesene Belastung für den Rettungsdienst. Fast alle Einsätze sind typische Hitze-Einsätze. Menschen kollabieren in total überhitzten Wohnungen, müssen zunächst vor Ort versorgt und oft in die beiden Trierer Kliniken gebracht werden.“ Kirchartz appelliert: „Bitte nehmen Sie die hohen Temperaturen ernst. Das ist kein normaler Sommer, das ist eine extreme Hitzewelle. Meiden Sie die Mittagshitze, vermeiden Sie körperliche Anstrengung, trinken Sie viel und kühlen Sie sich zwischendurch ab.“
Auch Feuerwehr rückt viel häufiger aus
Auch die Wachabteilungen der Berufsfeuerwehr auf der Hauptwache und der Wache 2 in Trier-Ehrang sind hitzebedingt stark gefordert. Statt vier bis acht Einsatzfahren wie an normalen Tagen rückten die Wachabteilungen am Samstag 19 mal aus. Zwar hat es bisher glücklicherweise keine großen Brandeinsätze gegeben, doch häufig lösen Brandmeldeanlagen aus, die dann von der Berufsfeuerwehr geprüft werden müssen. Feuerwehrchef Kirchartz sagt: „Es scheint, als sei die Technik vielerorts noch nicht auf die hohen Temperaturen ausgelegt.“ Hinzu kommen viele Einsätze, bei denen die Berufsfeuerwehrleute als Türöffner gefragt sind – wenn Menschen aufgrund der Hitze in ihren Wohnungen kollabiert sind. Oft handelt es sich um alleinstehende, ältere Menschen. Andreas Kircharzt appelliert deshalb weiter: „Schauen Sie nach ihren Mitmenschen, kümmern sie sich um die Nachbarn, fragen Sie, ob es Ihnen gut geht und bringen Sie gerne mal kalte Getränke vorbei.“
Altstadtfest bisher im normalen Rahmen
Die Belastung durch das Altstadtfest am Wochenende lag nach Einschätzung der Berufsfeuerwehr im ganz normalen Rahmen eines solchen Großereignisses. Der Sanitätsdienst auf dem Fest wird durch die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz Stadtverband Trier (Freitag), Malteser Hilfsdienst Stadtgliederung Trier (Samstag) und Arbeiter Samariter Dienst Bund Trier (am heutigen Sonntag) geleistet. In der Nacht zum Samstag gab es neun Rettungsdienstfahrten vom Fest in die Krankenhäuser, in der Nacht zum Sonntag 21. 25 Personen wurden direkt vor Ort auf dem Gelände versorgt. Die Sanitäter hatten dabei mit typischen Fest-Einsätzen zu tun, die in der Regel auf übermäßigen Alkoholkonsum oder kleinere Verletzungen beispielsweise durch Glasbruch entstehen. Christoph Gotters, Stadtbeauftragter der Malteser, sagte: „Die Nacht war eher ruhiger als in den Vorjahren.“
Oberbürgermeister Wolfram Leibe besuchte am Samstag die Sanitätsdienste auf dem Altstadtfest, brachte den Einsatzkräften eine Runde Eis vorbei und dankte im Namen der Stadt Trier für das große Engagement auf dem Fest. Wolfram Leibe: „Nur dank der Mitarbeit der Hilfsorganisationen ist ein solches Großereignis in Trier, organisiert von der Trier Tourismus Marketing GmbH, überhaupt möglich. Danke für Ihren Einsatz!“ Die Hilfsorganisationen besetzten ein Sanitätszelt und streiften in kleinen Gruppen über das Festgelände, um schnell bei Komplikationen Hilfe leisten zu können.
Eine von den Freiwilligen Feuerwehren Olewig und Trier-Mitte betreute Abkühlstation auf dem Domfreihof wurde am Samstag von vielen Festbesuchern gerne angenommen. Nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene liefen durch die aus einem Hydranten versorgten Brausen, um sich am ganzen Körper abzukühlen. Die Station blieb bis 21 Uhr geöffnet, weil die Nachfrage so hoch war. Auch heute ist sie ab 12 Uhr wieder geöffnet. Auch die Gratis-Wasserspender der Stadtwerke Trier waren sehr gefragt. Die Menschen versorgten sich mit mitgebrachten Flaschen mit frischem Trinkwasser. Die SWT haben rechtzeitig vor dem Fest neben den Stationen am Kornmarkt, vor der Porta Nigra, im Palastgarten und am Domfreihof eine weitere Station am Handwerkerbrunnen in Betrieb genommen.
Auch für den heutigen Sonntag gilt erneut eine amtliche Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor starker Hitze. Vorhergesagt sind etwas niedrigere Temperaturen als in den Vortagen mit bis zu 33 Grad Celsius. Auch Hitzegewitter sind möglich. (Quelle: Stadt Trier)















