TRIER. An der Trierer Römerbrücke stehen neue Bauarbeiten an: Die älteste Brücke Deutschlands erhält sechs zusätzliche Revisionsöffnungen, um die Bausubstanz genauer untersuchen und eine spätere Sanierung vorbereiten zu können. Für den Verkehr bedeutet das ab Montag, 29. Juni, zeitweise Einschränkungen – vor allem stadteinwärts sowie für Fußgänger und Radfahrer auf der Südseite der Brücke.
An der Römerbrücke werden sechs neue Revisionsöffnungen eingebaut, damit Fachleute die Bausubstanz im Inneren der Brücke besser prüfen können. Hintergrund sind erhebliche Schäden an der Stahlbetonkonstruktion von 1931. Der historische Gewölbebereich gilt weiterhin als stabil. Während der Arbeiten kommt es ab 29. Juni zu Sperrungen für Autos, Radfahrer und Fußgänger.
Stadteinwärts zeitweise gesperrt
Für den Kfz-Verkehr stadteinwärts wird die Römerbrücke ab Montag, 29. Juni, bis voraussichtlich Donnerstag, 2. Juli, zeitweise gesperrt.
Die Sperrung gilt jeweils tagsüber von 9 bis 15 Uhr. Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich in dieser Zeit auf Einschränkungen und mögliche Umleitungen einstellen.
Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer
Auch auf der Südseite der Brücke kommt es zu deutlichen Einschränkungen. Der dortige Radfahrstreifen und der Gehweg werden vom 29. Juni bis voraussichtlich 10. Juli komplett gesperrt.
Der Fußverkehr wird währenddessen auf die andere Seite der Brücke geleitet. Radfahrerinnen und Radfahrer können während der Sperrung die Kfz-Spur mitbenutzen.
Warum die Römerbrücke neue Öffnungen bekommt
Hintergrund der Maßnahme sind erhebliche Schäden, die im vergangenen Jahr an der Bausubstanz der Brücke entdeckt wurden. Betroffen ist vor allem die Stahlbetonkonstruktion, die im Jahr 1931 zur Verbreiterung der Römerbrücke errichtet wurde.
Der historische Gewölbebereich der Brücke wird weiterhin als stabil bewertet. Die Tragfähigkeit der später hinzugefügten Bauteile ist nach Angaben der Stadt jedoch deutlich beeinträchtigt.
Um die Verkehrssicherheit weiterhin zu gewährleisten, wurde bereits ein Fahrstreifen stadteinwärts für den Pkw-Verkehr gesperrt. Außerdem gilt auf der Brücke Tempo 30.
Fachleute müssen ins Innere der Brücke
Für die genauere Bewertung der Schäden und die Vorbereitung einer Sanierung sind weitere Untersuchungen im Inneren des Bauwerks notwendig.
Dazu gehören unter anderem Materialproben, laboranalytische Untersuchungen und eine detaillierte Schadensanalyse. Bisher gibt es aber nur in einem der sieben Pfeiler eine Öffnung ins Innere der Brücke.
Von dort aus sind die weiteren Pfeilerkammern nur über sehr enge Hohlräume erreichbar, die teilweise nur kriechend durchquert werden können. Das erschwert eine qualifizierte Prüfung erheblich.
Sechs neue Revisionsöffnungen werden eingebaut
Deshalb werden nun in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege sechs weitere Revisionsöffnungen eingebaut. Das historische Erscheinungsbild der Römerbrücke soll dabei so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.
Die neuen Türen werden visuell zurückhaltend in die bestehende Natursteinfassade integriert. Ausgebaute Steine werden sorgfältig geborgen, sortiert und eingelagert. Anschließend sollen sie im gleichen Muster wie zuvor auf das jeweilige Türblatt aufgebracht werden.
Erster Bauabschnitt bis Mitte September geplant
Der Einbau der Revisionsöffnungen dient sowohl der dauerhaften Verkehrssicherheit als auch der vertieften fachlichen Untersuchung der Römerbrücke.
Die Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte mit jeweils drei Pfeilern aufgeteilt. Der erste Abschnitt dauert nach aktuellem Planungsstand voraussichtlich bis Mitte September.
Für Trier bedeutet das: Die Arbeiten an einem der wichtigsten historischen Bauwerke der Stadt gehen weiter – und mit ihnen auch die Einschränkungen rund um die Römerbrücke.
















