Eifeler Molkereibeschäftigte bei Arla Pronsfeld treten in den Warnstreik

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Arla Foods/dpa

TRIER/PRONSFELD – Die Beschäftigten der Früh- und Spätschicht der Arla Foods Deutschland in Pronsfeld treten am Freitag, den 12.06.2026 ab 11.00 Uhr in einen mehrstündigen Warnstreik.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Trier ruft die rund 600 Beschäftigten im Rahmen der laufenden Entgelttarifverhandlungen bei der Genossenschaft zur Arbeitsniederlegung auf. Auch die kürzlich erst abgespaltene Logistik wird sich mit einem sogenannten „Solidaritätsstreik“ beteiligen.

Die europäische Molkereigenossenschaft befindet sich seit dem 1. Juni offiziell in einem Fusionsprozess mit dem Deutschen Milchkontor (DMK). Damit ist Arla auf dem Weg Europas größte Molkerei zu werden. Trotz blendender Zahlen einerseits und einer wieder höher werden Inflation, hat die Arbeitgeberseite der Gewerkschaft in der ersten Verhandlungsrunde eine Erhöhung der Entgelte von lediglich 2,3 % für ein Jahr angeboten.

 „Angesichts erneuter Rekordergebnisse von Arla und der immer stärkeren Stellung auf dem europäischen Markt ist das Angebot ein Hohn. Man vergleicht sich mit anderen, kleineren Tarifgebieten in Deutschland oder jenen, die bereits ein viel höheres Tarifniveau haben. Fakt ist: Die Inflation wird nach Wegfall des Tankrabattes wieder stärker steigen. Das Angebot bedeutet somit einen realen Verlust der Beschäftigten“, so Jerome Frantz, Verhandlungsführer und Geschäftsführer der NGG Trier. Deshalb fordere man eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 %, mindestens aber um 275 € um die unteren Lohngruppen besser zu entlasten.   

Etwas unüblich ist auch der von der Gewerkschaft angekündigte Unterstützungs- oder sogenannte „Solidaritätsstreik“ der Logistik. Aber aus Sicht des Verhandlungsführers sind die juristischen Voraussetzungen gegeben: „Das Bundesarbeitsgericht erlaubt die Beteiligung an Unterstützungsstreiks vor allem dann, wenn eine wirtschaftlich enge Verflechtung der Unternehmen gegeben ist. Die Logistik hat ein berechtigtes Interesse daran, dass am gleichen Standort auch in der Produktion die Entgelte angemessen steigen. Auch werden die Beschäftigten in der Logistik sehr motiviert sein ihre Solidarität zu bekunden, da sie jüngst erst von der europäischen Firmenzentrale an der Nase herumgeführt wurden“, gibt sich Frantz selbstsicher.

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