TRIER. Die Spielzeit im Theater ist in vollem Gange. Gleichzeitig steht die Generalsanierung und Erweiterung des zwischen 1962 und 1964 erbauten Theaters Trier bevor. Eine erste Maßnahme kann bereits dank zusätzlicher Fördermittel vorgezogen werden und trägt gleichzeitig dem Klimaschutz Rechnung: die energetische Sanierung des im Stadtbild prägnanten Bühnenturms.
Da die Bühne, Seiten- und Hinterbühne sowie der gesamte Zuschauerraum in offener Verbindung mit dem Bühnenturm stehen, wirkt sich dessen derzeit äußerst geringe Wärmedämmung erheblich aus: Aufsteigende Wärme wird nach außen abgeführt, wodurch der Turm wie ein Kühlturm wirkt. Um diesen Umstand zu verbessern, wird er ab April dieses Jahres energetisch saniert.
Der massive Stahlbetonbau, der ursprünglich mit Kupferblechpaneelen verkleidet wurde, wird zunächst bis auf den Beton zurückgebaut. Dabei werden die Kupferverkleidung, die bestehende Wärmedämmung sowie die Dacheindeckung und Rauchabzugsanlagen entfernt. Nach der Betoninstandsetzung erfolgt eine energetische Sanierung nach aktuellem Standard, einschließlich neuer Wärmedämmung, Abdichtung und Fassadenverkleidung.
Für die Sanierung des Bühnenturms wird ab Anfang April ein Baukran auf der Rasenfläche vor dem sogenannten Künstlerhaus in Richtung Augustinerhof aufgestellt sowie ein Gerüst errichtet.
Im Grundriss annähernd quadratisch mit Seitenlängen von rund 20 Metern, ragt der Bühnenturm etwa 14 Meter über die angrenzenden Gebäudeteile hinaus. Er beherbergt wesentliche Elemente der sogenannten Obermaschinerie, insbesondere den Schnürboden, und ermöglicht den schnellen Wechsel von Bühnenbildern. Zudem ist in ihm der „Eiserne Vorhang“ verbaut, der im Brandfall den Zuschauer- vom Bühnenbereich trennt und so zum Schutz der Anwesenden beiträgt.
Aufgrund seiner exponierten Lage und günstigen Ausrichtung bietet der Turm ideale Voraussetzungen für die Installation von Photovoltaikelementen. Diese werden auf den südwestlich und südöstlich gelegenen Fassadenflächen integriert. Auf den beiden anderen Fassadenseiten werden Glaselemente mit identischem Erscheinungsbild angebracht.
Der Stadtrat hat die Entscheidung zur Sanierung in seiner Sitzung im April 2024 mit einem Gesamtvolumen von 2,6 Millionen Euro und einer Förderhöhe von rund 1,2 Millionen Euro getroffen. Die Förderung stammt aus dem Programm „Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI)“.
Kulturdezernent Markus Nöhl freut sich: „Energie sparen und im Theater selbst erzeugen: Mit der Sanierung des Bühnenturms verbessern wir die Klimabilanz und setzen dank der Förderlinie des Landes einen wichtigen Beitrag zur Zukunft des Theatergebäudes bereits jetzt um.“
Die Arbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. (Quelle: Stadt Trier)















