MAINZ. Vier Tage vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz steuert das Bundesland auf ein echtes Herzschlag-Finale zu. Eine neue INSA-Umfrage sieht die CDU mit 28 Prozent knapp vor der SPD mit 27 Prozent. Damit bleibt es im Land bei einem hochspannenden Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ministerpräsident Alexander Schweitzer und CDU-Herausforderer Gordon Schnieder.
Wahl in Rheinland-Pfalz wird zum Zitterspiel
Die Zahlen zeigen: Die CDU liegt zwar hauchdünn vorne, entschieden ist aber praktisch nichts. Schon seit Tagen deuten mehrere Erhebungen auf ein enges Rennen hin. Auch andere aktuelle Umfragen sahen CDU und SPD fast gleichauf, zuletzt etwa bei 29 zu 28 Prozent.
Besonders brisant: Für die SPD ist das Rennen trotz Aufholjagd heikel. Bei der Landtagswahl 2021 hatten die Sozialdemokraten in Rheinland-Pfalz noch 35,7 Prozent erreicht, die CDU kam damals auf 27,7 Prozent. Sollte die SPD diesmal nicht mehr stärkste Kraft werden, wäre das ein politischer Einschnitt nach Jahrzehnten sozialdemokratischer Dominanz im Land.
AfD stark, FDP vor dem Aus
Neben CDU und SPD sorgt vor allem der Blick auf die kleineren Parteien für zusätzliche Spannung. In der neuen INSA-Erhebung kommt die AfD auf 20 Prozent, die Grünen auf 9 Prozent, die Freien Wähler auf 5 Prozent und die Linke ebenfalls auf 5 Prozent. Die FDP würde den Angaben zufolge mit unter drei Prozent klar am Wiedereinzug in den Landtag scheitern.
Damit könnte sich die politische Statik in Mainz spürbar verschieben. Vor allem für die Liberalen wäre ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde ein schwerer Schlag.
Bei der Direktfrage liegt Schweitzer klar vorn
Obwohl die Parteien fast gleichauf liegen, zeigt sich bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten ein deutlich anderes Bild. In der Erhebung liegt Alexander Schweitzer bei 29 Prozent, Gordon Schnieder bei 13 Prozentund AfD-Spitzenkandidat Jan Bollinger bei 9 Prozent. Auffällig ist aber auch: 22 Prozent würden keinen der drei Kandidaten direkt wählen.
Das spricht dafür, dass Schweitzer als Amtsinhaber persönlich deutlich bekannter ist – der Wahlkampf auf Parteiebene aber trotzdem vollkommen offen bleibt.
Berlin schaut nervös nach Mainz
Die Wahl in Rheinland-Pfalz ist längst nicht nur ein regionales Duell. In Berlin wird der Urnengang mit besonderer Spannung verfolgt, weil ein Sieg oder eine Niederlage auch bundespolitisch als Signal gewertet würde. Mehrere Berichte betonen, dass der Ausgang die Debatte über Kurs, Führung und Strategie in CDU und SPD neu anheizen könnte.
Gerade nach dem zuletzt schwierigen Abschneiden beider Volksparteien in anderen Ländern bekommt Rheinland-Pfalz damit zusätzliches Gewicht. Wer in Mainz verliert, dürfte auch in Berlin Erklärungsdruck bekommen.
Alles läuft auf ein Foto-Finish hinaus
Unterm Strich verdichtet sich die Lage in Rheinland-Pfalz zu einem echten Wahl-Thriller. Die CDU hat in der Sonntagsfrage minimal die Nase vorn. Die SPD hält aber den Anschluss und kann auf den Amtsbonus ihres Ministerpräsidenten setzen. Dazu kommen eine starke AfD, das Zittern der FDP und mögliche neue Mehrheitsfragen im nächsten Landtag.
Klar ist schon jetzt: Diese Wahl könnte bis zum letzten Stimmzettel offen bleiben.
















