Trier, Koblenz, Mainz: Teller-Klau in Uni-Mensen — Mensa-Geschirr in der Studenten-Wohnung

Seit Wochen verschwinden in der Mainzer Unimensa Hunderte Teller, auch andere Hochschulen kennen das Problem. Das Studierendenwerk der größten Uni des Landes reagiert nun mit einer kreativen Idee.

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Foto: Michael Matthey/dpa/Archiv

MAINZ. Auf der Suche nach günstigem Inventar für die Studentenwohnung wird häufiger auch in Unimensen zugegriffen – zum Beispiel an der größten Universität des Landes, in Mainz. Hier verschwanden in den vergangenen Wochen mehr als 400 Teller und weiteres Geschirr, darunter 1.500 Pommes-Schalen.

Das hatte schon Folgen für das Speiseangebot, es mussten beispielsweise mal Pommes gestrichen werden. Inzwischen hat das Studierendenwerk Mainz reagiert: Es soll einen «Geschirr-zurück»-Tag geben, an dem Studentinnen und Studenten ohne Konsequenzen entwendetes Geschirr zurückbringen können. Zusätzlich soll ein Ersti-Geschirr-Starterpack angeboten werden, mit dem Studis ihre Wohnungen und WGs zum Einkaufspreis ausstatten können. Bereits jetzt schon können Studentinnen und Studenten vor Ort Mehrwegdosen erwerben oder ihre eigenen Dosen mitbringen.

Preisanpassungen bei den Gerichten will das Studierendenwerk vermeiden, warnt aber davor, dass Sachkosten steigen, wenn regelmäßig Geschirr abhandenkommt. Ein Kuchenteller koste rund vier Euro, eine Pommes-Schale über sieben Euro, rechnet das Studierendenwerk vor.

Auch in Trier und Kaiserslautern wird geklaut

Exklusiv hat die Mainzer Uni das Problem nicht. Auch in Kaiserslautern richtet nach Angaben eines Sprechers des Studierendenwerks ein Teil der Studentinnen und Studenten Wohnungen mit Mensa-Geschirr ein. «Je hochwertiger das Geschirr, desto mehr wird davon gestohlen», sagte er. So dramatisch wie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sei es aber nicht.

In Koblenz wird vor allem Besteck entwendet, wie das dortige Studierendenwerk berichtet. In Trier summiert sich der jährliche Fehlbetrag für abhanden gekommenes Geschirr und Besteck auf etwa 15.000 Euro.

Kein Pfandsystem geplant

An keinem der Standorte gibt es derzeit ein Pfandsystem für Geschirr, mit vereinzelten Ausnahmen bei Kaffeebechern – und das soll zunächst auch so bleiben. Ein Pfandsystem für Teller und Schalen wäre teuer und kaum praktikabel, da es lange Warteschlangen, zusätzliche Kassen und mehr Personal erfordern würde, erklärt das Mainzer Studierendenwerk. Und ein Umstieg auf Pappteller oder Papiertüten widerspreche der Nachhaltigkeitsstrategie und würde im wahrsten Sinne «Müll einkaufen» bedeuten. (Quelle: dpa)

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