Update: Bomben-Entschärfung in Mainz – „Wir beginnen jetzt zu patrouillieren“

Wann der Kampfmittelräumdienst in Mainz mit der Entschärfung einer Weltkriegsbombe beginnen kann, ist noch unklar. Die umfangreichen Vorbereitungen sind in vollem Gange.

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Foto. Philipp Schulze/dpa

MAINZ. Die Straßensperren für die geplante Bombenentschärfung in Mainz sind eingerichtet. «Wir beginnen jetzt zu patrouillieren», sagte die Sprecherin der Stadt um kurz nach 9.00 Uhr. Bis dahin sollten eigentlich alle Menschen ihre Wohnung verlassen haben. Erst wenn das gesichert sei, werde mit den Vorbereitungen für die Entschärfung begonnen.

Fast 10.000 Anwohner sind betroffen, die im Umkreis von 500 Metern rund um den Fundort der 500 Kilogramm schweren Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wohnen. Zuvor wurde an der Fundstelle bereits ein Wall aus großen Sandsäcken aufgebaut. Mit dieser Maßnahme könne der Radius zur Evakuierung auf 500 Meter begrenzt werden. Aufgrund der Lage der Weltkriegsbombe sei dieser sonst deutlich größer, was Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst vermeiden wollen.

Die damals nach dem Abwurf über Mainz nicht explodierte britische Bombe wurde bei Bauarbeiten in der Nähe eines alten jüdischen Friedhofs entdeckt. Der Zünder ist nach Angaben der Stadt Mainz noch intakt und nur schwer zugänglich. Bei dem Einsatz sind weit über 300 Kräfte des Brand- und Katastrophenschutzes sowie der Polizei beteiligt.

Einschränkungen auch im öffentlichen Nahverkehr

Betroffen von der Evakuierungsaktion sind Gebiete in den dicht besiedelten Mainzer Stadtteilen Hartenberg-Münchfeld und Neustadt. Der Hauptbahnhof liegt zwar außerhalb der Sperrzone, dennoch müssen auch Reisende mit erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Nahverkehrs und des Betriebs der Deutschen Bahn rechnen.

Laut dem Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd wird «ab circa 11.00 Uhr der Zugverkehr rund um Mainz vollständig eingestellt». Die Bevölkerung wird dringend gebeten, den Evakuierungsbereich sowie die Alt- und Neustadt weiträumig zu umfahren.

Nach Angaben der Mainzer Verkehrsgesellschaft entfallen für den Zeitraum der Evakuierung die Bushaltestellen Lessingstraße, Goethestraße und Goetheplatz, die Haltestellen Hindenburgplatz bis Bismarckplatz sowie King-Park-Center/Bruchwegstadion, SWR – Südwestrundfunk, Am Judensand, Hartenbergpark und Ketteler-Kolleg.

Auch das Stellwerk Mombach der Deutschen Bahn müsse ab voraussichtlich 11.30 Uhr den Betrieb einstellen, teilte eine Bahnsprecherin mit.

Wann alles vorbei ist, war am Morgen noch unklar. «Es ist noch nicht klar, wann die Entschärfung beginnt und wie lange der Kampfmittelräumdienst braucht», sagte die Stadtsprecherin. Die Bevölkerung wird gebeten, die bekannten Medien zu beobachten und auf Lautsprecherdurchsagen zu achten. Die Stadt organisiert für hilfsbedürftige Menschen einen Transport und eine vorübergehende Unterkunft. (Quelle: dpa)

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