Trier: Klärwerk in nachhaltiges Kraftwerk umgewandelt

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Foto: Stadtwerke Trier

TRIER. Das Klärwerk in Trier-Nord hat einen bundesweiten Vorzeigecharakter: Es erfüllt nicht nur die originäre Funktion der Abwasserreinigung, sondern arbeitet gleichzeitig als Kraftwerk und erzeugt mehr Energie als es benötigt.

Deshalb kann es auch den benachbarten Energie- und Technikpark (ETP) klimaneutral mit Strom und Wärme versorgen. Konkret: Insgesamt benötigen beide Standorte knapp vier Millionen Kilowattstunden Strom und drei Millionen Kilowattstunden Wärme im Jahr. Um diese Energie zu erzeugen, betreiben die SWT zwei Klärgas-Blockheizkraftwerke, sechs Photovoltaik-Dachanlagen, eine Wasserkraftanlage sowie zwei Warmwasserpuffer- und einen Klärgasspeicher. Künstliche Intelligenz regelt die Stromerzeugung und  den Verbrauch in Echtzeit aus. Durch das Zusammenspiel aller Bausteine reduzieren die Stadtwerke so die Treibhausgasemissionen um rund 2400 Tonnen im Jahr und leisten einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Der Start für die Neuausrichtung des Klärwerks liegt mehr als zehn Jahre zurück: Noch 2012 hatte allein das Klärwerk einen Stromverbrauch von rund vier Millionen Kilowattstunden. Diese Energie wurde komplett extern eingekauft. 2013 startete eine Effizienzoffensive. Ziel war, einen energieneutralen Standort zu schaffen, ohne die Qualität der Abwasserreinigung zu mindern. Im Rahmen dieser Offensive haben die SWT festgestellt, dass das Klärwerk das Potenzial zu einem grünen Kraftwerk hat. Gemäß ihrer Strategie (Energie sparen, selbst grün klimaneutral erzeugen, intelligent ausregeln) haben die SWT von 2013 bis 2016 Prozesse optimiert und vorhandene Technik energieeffizient erneuert. So konnte der Strombedarf des Klärwerks um knapp 20 Prozent auf rund 3,2 Millionen Kilowattstunden gesenkt werden. Parallel lief der Aus- und Aufbau der verschiedenen Erzeugungsanlagen vor Ort.

2017 haben die SWT als eines der ersten Unternehmen in Deutschland Künstliche Intelligenz implementiert, um die biologischen Reinigungsschritte zu optimieren. Die Daten aus dem bestehenden Prozessleitsystem wurden durch einen selbstlernenden intelligenten Algorithmus – ein sogenanntes künstliches neuronales Netz – ausgewertet. Das System optimiert die Reinigungsleistung in der Biologie und spart gleichzeitig Energie. Als Resultat betreiben die SWT das Hauptklärwerk seitdem energieneutral. Diese künstliche Intelligenz wurde im Laufe der nächsten Jahre immer weiter optimiert und ausgebaut mit dem Ergebnis, dass heute auch der ETP klimaneutral mitversorgt werden kann.

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