Artenvielfalt und naturnahes Grünflächenmanagement: Trier erhält Stadtgrün-Label in Gold

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Auch mit der Schaffung von Habitaten für Insekten aus Totholz, wie hier im Nells Park, hat sich die Abteilung StadtGrün die Auszeichnung mit dem Naturnah-Label in Gold verdient. Beigeordneter Dr. Thilo Becker (Mitte) gratulierte Abteilungsleiter Christian Thesen und allen Kolleginnen und Kollegen bei einem Ortstermin. Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER. Es gibt sie mittlerweile an vielen Stellen in Trier: Gabionen oder abgezäunte Areale, die mit Zweigen, Ästen, Stämmen und weiteren unterschiedlich dicken Holzstücken gefüllt sind. Das Material stammt zumeist von Fällungen und Gehölzschnitten in der unmittelbaren Umgebung.

Als „Totholzhabitate“ erwachen sie bald zu neuem Leben, denn sie bieten einen Rückzugsraum für verschiedenste Insekten und tragen zur Artenvielfalt in der Stadt bei. Die Einrichtung der Habitate ist eine von zahlreichen Initiativen, mit denen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung StadtGrün im Amt StadtRaum Trier unter der Leitung von Christian Thesen die Auszeichnung mit dem Label „Stadtgrün – naturnah“ in Gold verdient haben. 2019 hatte Trier das Label erstmals erhalten, damals noch in der Stufe Silber. Ausgeschrieben und umgesetzt wird die Zertifizierung von dem Verein „Kommunen für biologische Vielfalt“ (Kommbio), in dem sich 371 Gemeinden, Städte und Landkreise zusammengeschlossen haben.

Für den Aufstieg zum Gold-Level waren auch die Baumpflege und die systematische Bestandserfassung ausschlaggebend, die jeweils als herausragend bewertet wurden. Der Schutz von Nistplätzen in Biotopbäumen und die Schaffung von Saumbiotopen an Straßen- und Wegerändern wurden ebenfalls positiv vermerkt. Der Gold-Status gilt nun bis zur nächsten Rezertifizierung 2026. Außer Trier haben bundesweit aktuell acht weitere Großstädte diese höchste Stufe der Zertifizierung erreicht.

Umweltdezernent Dr. Thilo Becker freut sich über das Ergebnis der Zertifizierung: „Trier spielt beim Thema Biodiversität als erste und einzige Kommune in Rheinland-Pfalz in der Bundesliga. Das Gold-Label ist eine verdiente Würdigung für die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und motiviert uns alle zum weiteren Einsatz für Artenschutz und für Klimaschutz, der damit eng zusammenhängt.“

Bei der Zertifizierung werden die teilnehmenden Kommunen nach der Einreichung einer Bestandserfassung vor Ort besucht. Dabei werden offene Fragen geklärt und verschiedene Grünflächen zusammen mit einer lokalen Arbeitsgruppe (LAG) erkundet. Die LAG ist eine von der Kommune zusammengestellte Gruppe aus Fachleuten und Interessierten, in der mindestens eine Person einer örtlichen Naturschutzorganisation vertreten sein muss. (Quelle: dpa)

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4 Kommentare

    • Vor allem, wenn man bedenkt, daß dieses Saumbiotop vorher doppelt so breit war. Und dann kam der Kahlschlag und die Bagger und eine weitere Flächenversiegelung.

  1. Ich finde es immer wieder total geil, wie die Politik und die öffentliche Verwaltung sich selbst feiern, loben und auszeichnen. Irgendwie witzig.

    • Vor allem sind die Schlupflöcher in den meisten Totholzgitterboxen viel zu klein als dass ein Igel durchkäme obwohl das ja genau für die zum Überwintern und als Unterschlupf gedacht ist.

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