NABU Südeifel: Gottesanbeterin auf dem Vormarsch – Lebensräume schaffen

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Foto: Jens Büttner/dpa/Symbolbild

TRIER. Die Gottesanbeterin wirkt wie aus einer anderen Welt: Bis zu acht Zentimeter lang kann ein ausgewachsenes Weibchen werden, die Männchen erreichen ca. sechs Zentimeter. In Lauerstellung faltet sie ihre gefährlichen Fangarme vor dem Körper, was an zum Gebet erhobene Arme erinnert.

Das brachte ihr ihren Namen ein. Der Gattungsname lautet „Mantis religiosa“. Mantis kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Seherin“.

Der Klimawandel bringt uns höhere Temperaturen und damit verändern sich auch die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Früher war die Gottesanbeterin in Deutschland nur an wenigen Orten anzutreffen (insbesondere am Kaiserstuhl). Inzwischen breitet sie sich weiter nördlich aus und wird auch in unserer Region immer häufiger gesichtet.

Warum es schlau ist, sich beim Sex fressen zu lassen.

Die Gottesanbeterin pflanzt sich nur ein einziges Mal im Leben fort. Hin und wieder (ca. 30% der Fälle in freier Wildbahn) kostet der Akt das Leben des Männchens. Grausam? Durchaus, aber evolutionär auch ein schlauer Schachzug. Indem das Männchen sich „opfert“, liefert es dem Weibchen wertvolle Proteine. Die gut genährte Mutter kann mehr Eier produzieren und die Chancen für die Verbreitung des eigenen Genpools erhöhen sich.

Lebensräume schaffen

Die Gottesanbeterin gilt als gefährdete Art und genießt deshalb besonderen Schutz. Wie auch unsere anderen heimischen Insektenarten leidet der Bestand u.a. unter Pestizideinsatz und intensiver Nutzung von Wiesen. Hier schließt sich der Kreis zur Streuobstwiese, die per Definition naturnah bewirtschaftet wird und somit auch Lebensraum für diese seltene Art bietet.

Wer in seinem Garten insektenfreundliche Flächen mit vielen blühenden Pflanzen schafft, der hat vielleicht Glück und kann einer Gottesanbeterin beim andächtigen Gebet zuschauen. Der Beweis: NABU Südeifel-Vorstand Michael Hahn hat vor einigen Jahren eine Wildblumenwiese in seinem Garten angelegt und wird seitdem nicht nur mit dem Besuch von Wildbienen, Schmetterlingen und vielen anderen Arten belohnt, sondern durfte im letzten Sommer auch eine Gottesanbeterin beobachten. (Quelle: NABU Südeifel)

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