++ FIFA WM: Reaktionen nach “Binden-Skandal” – Sollte das DFB Team jetzt abreisen? ++

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Die Kapitäne von sieben WM-Teilnehmernationen wollten die "One-Love"-Armbinde ursprünglich als Zeichen gegen Homophobie und Rassismus und für Menschenrechte tragen © Sebastian Gollnow / DPA

TRIER. Gestern fest entschlossen – heute zurückgerudert! Der “Binden-Skandal” sorgt am heutigen Montag für reichlich Diskussion auch unter den Fußball-Fans in der Region. Hintergrund ist die Entscheidung zahlreicher europäischer Vereine auf eine einheitliche Kapitänsbinde mit der Botschaft “One Love”, auf Druck des Fußballweltverbands FIFA, zu verzichten. “Traurig”, “Kein Rückgrat”, “Abreisen” reagieren nicht wenige in den sozialen Netzwerken.

Zu dem heutigen Verbot der FIFA und dem “Einknicken” der europäischen Verbände, zu denen auch die Deutsche Nationalmannschaft gehört, äußerte sich DFB-Präsdident auf einer kurzfristigen Pressekonferenz wie folgt:

„Das ist aus unserer Sicht mehr als frustrierend und ein beispielloser Vorgang. Es ist eine Machtdemonstration der Fifa. Sie hat uns klargemacht, dass wir mit sportlichen Konsequenzen bedroht werden, sollten wir der Aufforderung, die Binde nicht zu tragen, nicht nachkommen. Das ist schon ein sehr bemerkenswerter Vorgang. Wir stehen zu unseren Werten. Wir stehen zu dem, was wir gesagt haben und glauben, dass wir diese Werte während des Turniers vertreten müssen und werden.“

„Das heute ist für uns sicherlich ein weiterer Tiefpunkt. Wir werden weiter darüber diskutieren wie wir damit umgehen. Es war eine eindeutige Drohung, die in unsere Richtung ausgesprochen worden ist, die wir sehr ernst nehmen müssen. Wir wissen ja nicht genau, welche Sanktionen ausgesprochen worden wären. Das ist genau das Problem.“

Eine mögliche Abreise, wie sie beispielsweise auch der Trierer SPD-Politiker und Landtagsabgeordnete Sven Teuber – “Spiele verweigern statt universelle Menschenrechte opfern” auf Instagram formulierte, scheint bei den Verantwortlichen hingegen, zumindest derzeit, (noch) keine Option zu sein.

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11 Kommentare

  1. Warum Binden-Skandal? Die Bekleidungsregeln der FIFA waren bekannt.
    Mein Vorschlag:
    Die Fifa ändert die Bekleidungsordnung um den Zusatz:
    “Die Kapitänsbinde darf nach eigenem Ermessen der jeweiligen Mannschaft uneingeschränkt für politische Botschaften genutzt werden.”

  2. Hmmmmm, ich dachte immer bei einer WM ginge es ums Fußballspielen.
    Tore, Punkte und Siege scheinen irgendwie völlig nebensächlich zu sein.
    Inwieweit eine bunte Binde am Arm eines Spielers die Menschenrechte schützt erschließt sich mir auch nicht. Einfach nur peinlich das alles.

  3. Wenn man als Sportler ein Problem mit den Menschenrechten in dem WM Veranstaltungsland hat , sollte man konsequenterweise nicht daran teilnehmen. Seinen Protest durch tragen einer Armbinde zu demonstrieren ist einfach nur lächerlich!

  4. „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein“, sagte einst Kurt Tucholsky.
    Umgemünzt auf Neuer und die ganzen „Moral-Krieger“ in Deutschland könnte man sagen:
    „Nichts ist einfacher und nichts erfordert weniger Charakter, als sich in offenem Einklang zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Ja.“
    Die Gratismut-Wichte zerlegen sich gerade selbst und merken es natürlich nicht.

  5. Ich verstehe die ganzen Diskussionen überhaupt nicht. Es geht um Fußball, das hat nichts mit Politik zu tun. Es glaubt doch Niemand ernsthaft, daß sich durch Armbinden in diesem Land etwas verändert.

  6. Haltung zeigen, Zeichen setzen, für Werte stehen…. ich kann’s nicht mehr hören!

    Spielt einfach Fußball wie es immer war und wenn ihr meint, den Sport politisieren zu müssen, lasst den Binden-Gratismut sein und fliegt nicht hin oder reist jetzt ab.

    DAS wäre dann ein Zeichen, wenn England, NL, D, B u. andere heimflögen und Infantino blöd gucken würde. Die WM wäre erledigt, aber so weit geht der Mut dann doch nicht, denn es geht um Kohle, nicht um Werte, ihr Heuchler!

  7. Mmmh, da wurde vermtl. viel Geld kassiert/bezahlt, damit eine WM in Katar ausgetragen werden kann. Dann sieht die Welt zu, wie man in einem Wüstenstaat viele Stadien baut (warum wählt man nicht ein Land wo es bereits Stadien gibt?) um sich dann im Nachhinein beschweren zu können wegen Menschenrechtsverletzung, das ist ein wenig heuchlerisch von der Politik, sowie von denen die sich jetzt aufregen! Zudem kann, soll und muss nicht die ganze Welt Westifiziert werden (wer sagt denn das wir der Nabel der Welt sind?!) und das werden sich die Arabisch Stämmigen Länder auch gar nicht aufzwingen lassen. Es ist, war und wird auch niemals so sein, das die ganze Welt Rosarot und mit Einhornstaub bestreut ist und alle haben sich LIEB. Zudem finde ich, das nicht jeder diese Gender, Gleichmacherei und jeder darf sein was, wer, wie er will gut finden muss – ich akzeptiere es, finde es trotzdem befremdlich das Abnormalität jetzt zum “guten” Ton gehören.

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