Gesundheitsminister Hoch rechnet bei Affenpocken nicht mit «Massenphänomen»

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Foto: Brian W.J. Mahy/dpa

KOBLENZ. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) rechnet nach dem jüngsten Ausbruch von Affenpocken nicht mit einem «Massenphänomen». «Das sind bislang nur Einzelfälle», sagte Hoch der «Rhein-Zeitung» (Koblenz). Das Robert Koch-Institut bewerte die Risikolage derzeit noch sehr entspannt. «Ein Corona 2.0 ist zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich, weil der Übertragungsweg – in der Regel ein enger Körperkontakt und Tröpfcheninfektion – zum Glück nicht so leicht ist wie beim Coronavirus», sagte Hoch.

Für den Fall gehäuft auftretender Infektionen wäre Deutschland gut vorbereitet. «Der Bund hat 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff eingelagert», sagte der Gesundheitsminister. Dieser wirke nach bisherigen Erkenntnissen auch gut gegen die Affenpocken.

Bislang ist in Rheinland-Pfalz noch kein Fall der Krankheit aufgetreten. «Es ist aber wegen der hohen Aufmerksamkeit nur eine Frage der Zeit, bis Menschen mit den typischen Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen und dem pockenähnlichen Ausschlag zu ihrem Arzt kommen werden», sagte Hoch der «Rhein-Zeitung». «Mediziner werden das dann als Verdachtsfall deklarieren.»

Eine Probe würde dann in einem von deutschlandweit zwei Speziallaboren eingehend untersucht. Patienten aus Rheinland-Pfalz würden in einer speziellen Isolierstation an der Uniklinik Frankfurt behandelt. Für solche seltenen Erkrankungen sei ein entsprechendes Abkommen mit Hessen geschlossen worden.

Anders als bei Corona seien Affenpocken erst dann ansteckend, wenn die Krankheit ausgebrochen sei, sagte Hoch. Dafür könnten Betroffene drei bis vier Wochen ansteckend sein, sie müssten in dieser Zeit abgesondert werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Montag erklärt, dass für Deutschland Empfehlungen zu Isolation und Quarantäne erarbeitet würden. Zudem werde über Impfempfehlungen für besonders gefährdete Personen nachgedacht. (dpa)

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