NABU-Aktion «Stunde der Gartenvögel»: Rotkehlchen und Rotschwänzchen seltener

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In einem Garten im Stadtteil Laubenheim sitzt ein Hausrotschwanz auf einem Ast. Foto: Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

MAINZ. Zur «Stunde der Gartenvögel» hat der Naturschutzbund wieder durchzählen lassen. Diesmal beteiligten sich deutlich weniger Beobachter an der Aktion.

Der freche Spatz lässt sich nicht von der Spitze verdrängen – bei der NABU-Aktion «Stunde der Gartenvögel» behauptete sich der Haussperling in Rheinland-Pfalz auf dem ersten Platz der Sichtungen. Danach folgten wie in den Vorjahren Amsel, Kohlmeise und Star.

Hingegen hat sich das Rotkehlchen rar gemacht. Der anmutige Singvogel rangiert auf Platz 14 mit einem Rückgang der Sichtungen im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent. Seltener gemeldet wurden auch der Hausrotschwanz auf Platz 16 (minus 7 Prozent) und der Gartenrotschwanz auf Platz 26 (minus 33 Prozent). Diesen wie anderen Vogelarten macht es zu schaffen, wenn Gärten zu aufgeräumt sind und dann weder Schutz noch Nahrung bieten. Ähnlich ist der Trend auch in anderen Bundesländern.

Auch Torsten Jäger von der Naturschutzgruppe in Bodenheim bei Mainz konnte diese Arten diesmal nicht melden – obwohl er seinen Garten besonders naturnah gestaltet hat. Auf seiner einstündigen Beobachtungsliste standen schließlich sechs Ringeltauben, vier Stare, drei Haussperlinge, zwei Türkentauben, zwei Kohlmeisen und jeweils eine Amsel und eine Elster. Als Grund für die geringere Zahl an Sichtungen vermutet er zwei Turmfalken in der Nähe – zu den Beutetieren des Greifvogels gehören auch kleinere Vögel wie Blaumeise oder Grünfink.

Häufiger gesichtet wurden hingegen Mehlschwalben und Mauersegler auf Platz sieben und acht der Rangliste in Rheinland-Pfalz mit Steigerungen um 47 und 74 Prozent. Die bisherigen Sorgenkinder konnten auch in anderen Bundesländern zulegen. Möglicherweise, so vermutet der Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg, waren an dem sonnigen Wochenende der Aktion mehr Insekten in der Luft, denen beide Arten nachjagen.

An der Zählaktion beteiligten sich weniger Naturfreunde als in den beiden vergangenen Jahren. In Rheinland-Pfalz waren es nach vorläufigen Daten gut 2400 Menschen mit rund 53.500 Sichtungen. Vor einem Jahr waren es insgesamt mehr als 7600 Vogelfreunde mit mehr als 172.000 Beobachtungen. (dpa)

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