Starker Anstieg erwartet: Saarland blickt mit Sorge auf Omikron-Variante

Jüngst waren die Corona-Zahlen im Saarland kräftig gesunken, das Land steht mit seinen Impfquoten bundesweit gut da. Dennoch sind die Politiker angespannt: Man weiß nicht, was mit Omikron kommt.

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Foto: dpa

SAARBRÜCKEN. Trotz aller Erfolge beim Impfen betrachtet die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) die nächsten Wochen in der Corona-Pandemie «mit Sorge».

Die Entwicklung und Auswirkung der Omikron-Variante, die in anderen Staaten erkennbar seien, «müssen uns noch sorgfältiger hinschauen lassen», sagte die Ministerin am Dienstag in Saarbrücken. «Wir wollen eine schnelle Verbreitung in Deutschland, speziell im Saarland, verhindern.»

Derzeit sei im Saarland noch die Delta-Variante vorherrschend. Es seien aber bisher 14 Fälle der Omikron-Variante nachgewiesen worden. «Das ist alles andere als beruhigend», sagte sie. Weitere Fälle seien in der Abklärung. Wo die Fälle herkommen? «Von Metz angefangen bis nach Dubai ist alles mit dabei.» Bislang habe es im Saarland knapp zwei Millionen Impfungen gegen Corona gegeben.

Der Experte für Corona-Prognosen, Thorsten Lehr, sagte, er rechne nach dem Jahreswechsel wieder mit «relativ starken Anstiegen» bei der Zahl der Infektionen. Es sehe so aus, dass die Ausbreitung der Omikron-Variante durch die jüngsten 2G-Maßnahmen etwas verlangsamt werden konnte. «Aber es wird kommen im neuen Jahr, wenn auch die Schüler wieder in die Schulen gehen, dann erwarte ich spätestens, dass wir wieder relativ stark steigende Zahlen sehen werden.»

Derzeit sei die Lage in den saarländischen Krankenhäusern «entspannt», sagte Gesundheit-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU). Derzeit seien 50 Intensivbetten frei, 18 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Es sei vorsichtshalber angeordnet worden, dass Krankenhäuser mit einer Notfallversorgung 40 Prozent der Intensivkapazitäten frei halten müssten. Und fünf Reha-Kliniken seien als Ersatzkrankenhäuser bestimmt worden, falls es «zum Überlaufen» der Kliniken komme.

Lehr sagte, es sei wichtig, die kritische Infrastruktur für den Fall einer starken Ausbreitung von Omikron vorzubereiten. «Auch wenn wir wenig Hospitalisierung-Fälle haben, besteht dann die Möglichkeit, dass wir sehr viele Krankheitsfälle auf einmal haben», sagte der Saarbrücker Professor für Klinische Pharmazie. Man dürfe sich jetzt, wenn es gut laufe und die Zahlen zurückgegangen seien, «nicht zurücklehnen».

Mit einer Impfquote von 77,1 Prozent für vollständig Geimpfte liegt das Saarland laut Robert Koch-Institut im bundesweiten Ländervergleich weiter nach Bremen auf Platz zwei. Bei der Zahl der Geimpften mit Auffrischungsimpfungen, die sich auf 43,4 Prozent (Stand Dienstag) beläuft, steht das kleinste Flächenland Deutschland auf dem ersten Platz.

Nach Angaben des Homburger Virologen Jürgen Rissland sind im Saarland bislang rund 5000 Impfdurchbrüche gemeldet worden – heißt: Menschen erkrankten trotz Impfung. Bei gesamt fast zwei Millionen Impfungen sei dies weniger als ein Prozent. Etwa 200 Personen mit Impfdurchbrüchen mussten stationär behandelt werden, sagte er.

Der Landrat des Kreises Saarlouis, Patrick Lauer (SPD), sagte, die Führungsstäbe in seiner Verwaltung arbeiteten «fieberhaft» daran, um sich auf die «Riesenherausforderung» Omikron einzustellen. Er sprach sich dafür aus, die Impfzentren im Land dauerhaft offen zu lassen – im Jahr 2022 komplett, vielleicht bis in das Frühjahr 2023. «Wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt. Wir haben das Thema Omikron, wir haben die allgemeine Impfpflicht, und wir haben möglicherweise im Herbst die nächste Variante.»

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2 KOMMENTARE

  1. Da bin ich echt selbst gespannt, welche “Virusvarianten” demnächst serviert werden. Es braucht halt noch ein wenig Zeit, bis eine “erfolgreiche” Studie beendet werden kann.

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