Pollerbau in Trier hat begonnen: Land sichert 90-Prozent-Förderung für Schutz gegen Amok- und Terrorfahrten zu

Als erste Stadt in Rheinland-Pfalz hat Trier mit der konkreten Umsetzung eines Schutzkonzeptes gegen Amok- und Terrorfahrten begonnen. Die ersten hochsicheren Poller sollen bis Dezember stehen.

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Bauarbeiten Pollerbau auf dem Domfreihof. Foto: Screen/Stadt Trier

TRIER. Nach der Amokfahrt von Trier mit fünf Toten will die Stadt ihre Innenstadt besser vor solchen Taten schützen. Dazu haben am Montag die Arbeiten für den Bau der ersten Hochsicherheitspoller am Platz vor dem Trierer Dom begonnen.

Insgesamt sollen bis 2024 an 40 Orten der City Pollerreihen, massiv verankerte Bänke, Hochbeete oder Sitzsteine entstehen. Diese Barrieren sollen verhindern, dass Fahrzeuge auf geraden Strecken eine hohe Geschwindigkeit aufnehmen können.

Bei der Amokfahrt vom 1. Dezember 2020 war ein Mann mit seinem Geländewagen in hohem Tempo durch die Fußgängerzone gerast. Er tötete fünf Menschen, zudem wurden viele verletzt und traumatisiert.

Trier sei mit seinem urbanen Sicherheitskonzept «beispielgebend zumindest für Rheinland-Pfalz», sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids über 675 000 Euro für die erste Bauphase. Er sicherte eine Förderung von 90 Prozent bei Kosten in Höhe von insgesamt 6,6 Millionen Euro zu.

Neben Trier stünden im Land auch Mainz und Bad Dürkheim bei der Erarbeitung von Sicherheitskonzepten besonders im Fokus. «Das sind die drei Kommunen, wo wir vordenken wollen, wo wir Vorschläge erarbeiten wollen, wie wir Sicherheitskonzepte, urbane Sicherheit für unsere Städte insgesamt bewerten wollen», sagte Lewentz. 2022 stehe in Mainz das große Fest zum 75-jährigen Bestehen des Landes Rheinland-Pfalz an. Und Bad Dürkheim habe mit dem Wurstmarkt eines der größten Volksfeste in Deutschland.

«Wir wollen, dass die Menschen weiterhin in den Innenstädten flanieren können, spazieren gehen können, einkaufen können und das Gefühl haben, dass der Staat, die Kommune und das Land alles dafür tun, dass die Menschen sicher in der Stadt unterwegs sein können», sagte der Minister. Aber: «Wir versprechen nicht die absolute und 100-prozentige Sicherheit. Das können wir nicht.»

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sagte, es gehe jetzt darum, «dass wir zügig einen Poller nach dem anderen setzen». Opfer und Augenzeugen der Amokfahrt berichteten immer wieder, wie wichtig es für sie sei, «wieder ein Sicherheitsgefühl in der Stadt» zu haben. Auch Menschen, die nicht betroffen seien, sagten heute noch, dass sie immer schauten, wenn sie ein Fahrzeug in der Fußgängerzone sähen. Die ersten Poller sollen bis 1. Dezember fertig sein.

Alle zehn Zonen mit den geplanten Absperrungen des urbanen Sicherheitskonzepts. Grafik: Stadt Trier

Laut Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) wird die Innenstadt im Konzept in zehn Zonen aufgeteilt, die durch Barrieren voneinander getrennt sind. Die Poller würden Fahrzeuge mit einem Gewicht von zwölf Tonnen bei Tempo 80 stoppen. Der Lieferverkehr in die Fußgängerzone soll künftig nur noch von 6 bis 11 Uhr zugelassen sein. Danach gebe es Zufahrt für Berechtigte, Anwohner sowie Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte.

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4 KOMMENTARE

  1. Es ist ja auch sehr wahrscheinlich dass alle zukünftigen Attentäter genau das gleiche Konzept umsetzen wie der Amokfahrer von Trier. Als ob es nicht noch andere Möglichkeiten gäbe Anschläge zu begehen. Das ist jetzt zu einem Gutteil Aktionismus ohne praktische Relevanz. Hier wird 100%ige Sicherheit vorgegaukelt wo nicht vorhanden.

      • Hätte ich gleich mehrere:
        Alle ausländischen Gefährder und Kriminellen abschieben.
        Alle inländischen Gefährder und Kriminellen: Durch entsprechende Massnahmen lückenlos überwachen.
        Für psychisch Kranke wie den Attentäter von Trier: Ausbau psychosozialer Angebote, um möglichst wenige Menschen in dieser Situation nicht alleinezulassen. Ausbau von Sucht- und Lebensberatung. Personen die psychisch krank sind und zu Fremdgefährdung neigen: GGf. in die Psychiatrie einweisen, aber 100%igen Schutz wird es nie geben. Durch Leibes Aktionismus wird die Welt jedenfalls nicht besser, sonst muss er bei seinem 2G-Weihnachtsmarkt auch noch jeden durchleuchten, könnte ja sein dass einer eine Machete dabeihat.

  2. Dieser absolute Irre sollte nie mehr frei werden, sperrt ihn bis zum Lebensende ein, er hat so viele Familien ins Unglück gestürzt. Ein ekelhafter Kerl.

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