Dreyer fordert Pandemie-Krisenstab und offizielles Expertenteam

4
Foto: Boris Roessler/dpa

MAINZ. Eine bessere Verzahnung der Corona-Krisenstäbe, eine Analyse der Schwachstellen und einen Aktionsplan für besonders Getroffene: Ministerpräsidentin Malu Dreyer macht sich Gedanken über Lehren aus der Pandemie.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat als Lehre aus der Pandemie «ein großes interdisziplinär zusammengesetztes und anerkanntes offizielles Expertenteam auf Bundesebene» gefordert. Dieses solle Bund und Länder beraten, sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Wir können froh sein mit unseren Experten in Rheinland-Pfalz, weil die in wichtigen Fragen eigentlich immer richtig gelegen haben.»

«Die Corona-Krisenstäbe der Landesregierungen und der Bundesregierung müssen von Anfang an besser verzahnt werden», forderte Dreyer. Und mit Blick auf die teils sehr langen Sitzungen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin sagte sie: «Man braucht sehr viel früher ein Bund-Länder-Gremium, das im Sinne eines Pandemie-Krisenstabes zusammenarbeitet.» So könne schneller reagiert werden, Lösungen und Maßnahmen wären besser vorgearbeitet für die Schalten der Länderchefs und -chefinnen mit der Kanzlerin.

Eine andere Lehre aus der Pandemie sei: «Deutschland muss sich anders aufstellen, was die Umsetzung der Forschung in eigene Produktion betrifft.» Der schnelle Durchbruch des Mainzer Unternehmens Biontech zeige, wie es gehen könne. Eine entscheidende Frage sei: «Wie können wir sicherstellen, wenn Lieferketten gekappt sind oder Länder anfangen, egoistisch zu denken, dass unsere eigene Bevölkerung gut versorgt ist?»

«Auf europäischer Ebene muss jetzt sehr genau analysiert werden, was hat funktioniert, wo gab es Schwachstellen und was müssen wir für die Zukunft lernen», forderte Dreyer. «Pandemien wird es wohl immer wieder geben, deswegen ist das Zusammenspiel so wichtig, etwa bei der Impfstoffbestellung.»

«Wir haben in Deutschland insgesamt einen enormen Zusammenhalt und Gemeinsinn erlebt», sagte Dreyer über die Pandemie. «Ich schütze Dich, Du schützt mich bei Maske und Abstand und jetzt auch beim Impfen. Wir haben mit Kurzarbeitergeld und großen und wirksamen Corona-Hilfsprogrammen von Bund und Ländern die wirtschaftlichen Folgen zumindest abfedern können.» Jetzt komme es nochmals darauf an, alles zu geben: «Wir brauchen eine sehr große Impfbereitschaft, jetzt, da wir endlich genügend Impfstoff haben.»

«Corona hat alle getroffen, aber nicht gleichermaßen hart», betonte Dreyer. «Es muss eine gemeinsame Kraftanstrengung geben, soziale Ungleichheiten auszugleichen.» Nach der Bundestagswahl brauche es einen gemeinsamen Aktionsplan, um diejenigen zu unterstützen, die durch Corona doppelt getroffen wurden.» (dpa)

4 Kommentare

  1. Soeben ist der Montgomery der Lüge überführt worden.
    In der WELT behauptet er, um in Frankreich ein Restaurant besuchen zu können müsse man geimpft sein.
    LÜGNER: Man kann in Frankreich ein Restaurant auch mit gültigem Test besuchen.
    Mit solchen Stasimethoden soll die Bevölkerung zum Impfen gezwungen werden, beschämend.

    • Ich werde also zur Impfung gezwungen weil ich sonst kein Restaurant in Frankreich besuchen könnte ???? Und wie verhalte ich mich wenn ich gar kein Restaurant in Frankreich aufsuchen will?

      • @Deichbuddler, irgendwie wird versucht, das Hintertürchen zu öffnen. Experten, reine Theoretiker mit wenig Praxis gibt’s schon lange während der Mission „Corona plus Anhang „. Wie heisst ein Spruch, wer gut schmiert, der gut fährt. Wie ist es denn bei Privatpiloten?

    • Ich habe vor wenigen Tagen Frankreich von der Mosel bis zum Mittelmeer durchquert. Auf den Autobahnraststätten braucht es weder Impfung noch Test. Kontrollen gibt es nicht (auch nicht bei Einreise oder Ausreise). Zudem trägt gut 1/3 der Gäste keinen Mundschutz, was niemanden weiter stört.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.