„Funktioniert bis heute nicht“ – Bürgermeister attackiert Katastrophen-Krisenstab der ADD scharf

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Mit einem Bagger reissen Arbeiter ein von der Flut zerstörtes Haus ab. Foto: Boris Roessler/dpa

TRIER. Der Bürgermeister der von der Unwetterkatastrophe stark betroffenen Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hat den Krisenstab kritisiert und ihm unter anderem mangelnde Koordination vorgeworfen.

In einem Interview der «Rhein-Zeitung» (Freitag) sagte Guido Orthen (CDU): «Was allerdings die operative Arbeit des Krisenstabes, die Koordination der Hilfsorganisationen und so weiter angeht, haben wir bis heute starken Verbesserungsbedarf.» So sei die Forderung der Stadt nach einer «unmittelbaren Verbindungsperson» im Krisenstab bislang nicht erfüllt worden. Alles Wesentliche, was funktioniere, sei «eigeninitiativ und unter dem Radar des Krisenstabes» geschehen, zum Beispiel die Aufräumarbeiten und der Brückenbau an der Landgrafenstraße in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk.

Die Stadtverwaltung könne beispielsweise keine Großküchen für Bewohner und Helfer organisieren. «Das ist eben Sache der Einsatzleitung des Krisenstabs für Tausende Menschen. Es funktioniert bis heute nicht.» Und weiter: «In Ahrweiler nähren nur die privaten Helfer. Man hat die Lage in dieser Stadt bis heute nicht verstanden, insbesondere die hohe Anzahl der Betroffenen in der Kreisstadt.»

Die Einsatzleitung für den Katastropheneinsatz im Ahrtal liegt beim Land Rheinland-Pfalz. Organisiert wird sie von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) als zuständiger Landesbehörde für den Katastrophenschutz. Leiter des Krisenstabes ist ADD-Direktor Präsident Thomas Linnertz.

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9 KOMMENTARE

  1. Es ist wahrlich eine Schande dann nicht mal zu diesen Schwächen zu stehen und obendrein noch die wahren Helfer runterzuspielen .
    Der Leiter des ADD beherrscht seinen Job nicht und dieser Posten ist zu wichtig um das so stehen zu lassen. Über 2 Wochen und es wird nicht besser

  2. Oha, da kritisiert doch tatsächlich ein „offizieller“!

    Vorsicht, Herr Bürgemeister dann werden sie bald von den Zinkhüten als Richtigdenker/Querdenker diffamiert! Hut ab, meine Stimme hätten sie!

  3. Dem Herrn Präsidenten sollte man für seine Unfähigkeit in den Arsch treten das er nie wieder auf so einem Posten sitzen kann.Ich hoffe er wird wegen Unterlassung von Hilfsmaßnahmen verklagt und für Behörden Posten gesperrt !!!

  4. Was wollt ihr denn alle ? Man kann doch so einen armen Mann nicht verteufeln der nur einmal im Monat wach wird für 5 Min. wenn es den dicken Briefumschlag mit der Kohle fürs nichts tun gibt. Habt Erbarbarmen, wer schläft der sündigt nicht.

  5. Hallo zusammen! Die Koordinierung der Katastropheneinsaetze ist auf Bitten der gesetz. zuständigen Kommunalen Behörden im Lauf der Woche auf das. Land übergeben worden. Hauptsache draufhauen, leider allzuoft üblich. Schönen Abend noch!

  6. Interessant Herr Will.., das wird schon seine Gründe haben, warum Zuständigkeiten sich ändern, vielleicht gerade deshalb, weil der Bürger, in diesem Fall der Bürgermeister, den ihm von der Politik verpassten Maulkorb gelegentlich ablegt.

    Erfahrungsgemäß wird der mit gesundem Menschenverstand argumentierende, derzeit vorschnell als Querdenker bezeichnet.

  7. Der Krisenstab wiegt sich in seiner Unkenntnis und einem „Nicht wahr haben wollen. Der Krisenstab hätte schon längst sich durch das gesamte Krisengebiet bewegen müssen. Dem Krisenstab hätte es doch auffallen müssen das hier schon fast alles geleistet wurde mit den Mitteln die Landwirte, Baumaschinenverkaufsstellen, Straßenbau Unternehmungen u.n.v.a.m.. Sie wissen noch nicht mal was eine große landwirtschaftliche Zugmaschine mit einem großen hydraulichen Muldenkipper an kosten aufwirft. Genauso werden die vielen Baumaschinen wie Bagger in allen Kategorien, Planierraupen, Rüttelwalzmaschinen u-n-v.a.m. Sie verschließen ganz zielstrebig ihre Augen wie ein dreijähriges Kind das wenn es seine Augen schließt und sagt dann „Ihr seht mich nicht“ Ich nehme sogar an das ihr Verhalten an einem versteinerten Beamtencodex liegt der in ihrem Verkorksten Gehirn verfestigt ist. Das Verhalten sagt mir sogar das in ihrerer Gedankenwelt immer noch der dominante Spruch vorherrschen tut “ wir haben euch nicht bestellt. Ihr habt alle keinem Auftrag erhalten von unserer Behörde. Als sind eure bisherigen Kosten verfallen und nicht Auftragsrelevant. Ich möchte mich jetzt nicht weiter hier äüssern, weil ich mich selbst im Kreise drehe. Meine Oma sagte früher in den 50er Jahren sehr oft “ Dir sollt euch alle en Land voll schuumen, en ganz Land voll ,Schummt ech.

  8. Es fällt schwer den Überblick zu behalten….
    Aber, es kommen mehr und mehr Augenzeugen zu Wort die geholfen haben, mehr und mehr Freiwillige, die direkt unterstützt und angepackt haben, mehr und mehr private Unternehmer, die mit den eigenen LKWs und Maschinen unterstützen, uneigennützig und mit Kosten für ihre Arbeitszeiten als Selbstständige und den angefallenen Spritkosten alleine gelassen,
    Nachbarn und Fremde, die die Bevölkerung mit Essen und Getränken versorgen.
    Hier wurde und wird Hilfe geleistet.
    Die lahmende Politik mit dem aufgeblasenem Bürokratenstab sieht zu und muss erst einmal beraten. Wo blieben in den ersten Tagen die behördlichen Hilfskräfte?
    Warum entsteht erst heute, wie zu erfahren ist, 20 Tage nach dieser schrecklichenn Nacht, die erste Verpflegungsstation vom DRK in Bad-Neuenahr/Ahrweiler?
    Ohne private Unterstützung in all diesen Situationen wäre eine Soforthilfe undenkbar!
    Diese Katastrophe hat uns die Hilflosigkeit des Staates gezeigt.

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