++ Aktuell: Dreyer – Deutliche Lockerungen in der nächsten Woche – Testpflicht bei Außengastro entfällt ++

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt deutlich und zugleich nimmt das Impfen an Fahrt auf. Rheinland-Pfalz will die Corona-Beschränkungen daher deutlich lockern - und auch Kindern und Jugendlichen vom 7. Juni an einen Piks ermöglichen.

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Symbolbild; © picture alliance/dpa

MAINZ. Mehr Kontakte, Außengastronomie ohne Test, Freibadbesuche und Kulturveranstaltungen: Rheinland-Pfalz will die Corona-Beschränkungen angesichts der sinkenden Neuinfektionen nächste Woche deutlich lockern.

Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren sollen – wie alle Erwachsenen – von 7. Juni an geimpft werden können, wenn der Impfstoff für sie erwartungsgemäß am Freitag zugelassen wird. Das kündigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in Berlin nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern an.

Im Juni werde mit deutlich mehr Impfstoff als im März gerechnet. Dies rechtfertige die geplante Aufhebung der Priorisierung von 7. Juni an und solle dann auch für Kinder und Jugendliche gelten, sagte Dreyer. Nach rund 891 000 Impfstoffdosen im Mai werde im Juni mit etwa 1,55 Millionen Dosen und damit fast 75 Prozent mehr gerechnet. Konkrete Zusagen für Juli sowie ein Sonderkontingent für Kinder und Jugendliche gebe es aber nicht.

Der Impfstoff sei in Deutschland zudem nicht ganz gleich verteilt, sagte Dreyer. Rheinland-Pfalz gehöre zu den Bundesländern, die eher wenig Dosen bekämen: 59,2 pro 100 Einwohner – das Saarland im Vergleich dazu 68,1. «Wir wollen darauf bestehen, dass der kleine Unterschied ausgeglichen wird, damit wir schneller mit dem Impfen vorankommen», sagte Dreyer. «Das Verfahren ist sehr kompliziert und das Bundesgesundheitsministerium sehr bemüht.»

Die zusätzlichen Mengen im Juni gingen vor allem an die niedergelassenen Ärzte, die Dosen für die 32 Impfzentren seien gedeckelt. Kinder und Jugendliche sollten vor allem von den niedergelassenen Kinder-, Jugend- und Fachärzten geimpft werden, sagte die Regierungschefin und verwies auf die Beratung und das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt, Eltern und Kindern. Ihr Kabinett werde dies am Dienstag noch einmal genau beraten. Dabei komme es auch auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) an.

«Die wichtigste Nachricht ist für mich, dass die Bund-Länder-Runde festgestellt hat, dass ein sicherer Schulbetrieb gewährleistet ist – unabhängig davon, wie viele Schüler und Schülerinnen ein Impfangebot wahrnehmen», sagte Dreyer. «Darin waren sich Bund und Länder mit dem Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Professor Thomas Mertens, einig», berichtete die SPD-Politikerin. «Die guten Hygiene-Konzepte in den Schulen in Kombination mit den Impfungen von Lehrern und Lehrerinnen machen die Schulen nach wie vor zu einem sicheren Ort.»

In Rheinland-Pfalz werde es dabei bleiben, dass nach den Pfingstferien noch zwei Wochen Wechselunterricht auf dem Stundenplan stehen. Dann soll es vor den Sommerferien für alle wieder zurück in das Klassenzimmer gehen.

Urlaub in Deutschland werde im Sommer für Geimpfte und Getestete gleichermaßen möglich sein, sagte Dreyer. Die Bundeskanzlerin habe darauf hingewiesen, dass viele Staaten der EU beabsichtigen, ebenso zu verfahren. Der digitale Nachweis einer Impfung werde voraussichtlich ab der zweiten Juni-Hälfte möglich sein. Dies bedeute zwar für viele zusätzlichen Aufwand. Sie sei aber froh, dass eine europaeinheitliche Lösung gefunden worden sei.

Über die geplanten Lockerungen der Corona-Regeln werde ihr Kabinett auch am kommenden Dienstag beraten, der Beschluss solle dann mit Blick auf Fronleichnam noch am selben Tag in Kraft treten, kündigte Dreyer an. Sie werde ihrem Ministerrat vorschlagen, die Kontaktbeschränkungen von derzeit fünf Personen aus zwei Haushalten auf fünf Personen aus fünf Haushalten auszuweiten. Kinder zählen dabei nicht mit.

Der Corona-Test in der Außengastronomie soll entfallen und mehr Gäste draußen zugelassen werden. Freibäder sollen öffnen können und mehr Menschen bei Kulturveranstaltungen draußen zugelassen werden. Die Öffnung von Innengastronomie und Kulturveranstaltungen (innen) soll für bis zu 100 Menschen möglich werden. Dies sei auch ein klares Signal an die Kultur, «dass es wieder losgeht», sagte Dreyer.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz war am Donnerstag laut Landesuntersuchungsamte auf 36,0 gesunken – und damit so niedrig wie zuletzt Mitte Oktober. Kein Kreis und keine Stadt lag mehr über der Schwelle zur Bundes-Notbremse von 100.

5 KOMMENTARE

  1. Haha, der gleiche Witz wie letztes Jahr, jetzt ist Sommer und saisonbedingt gehen die Infektionen zurück dann wird so getan als sei das den Massnahmen geschuldet. Und schon klar, dass die Testpflicht für Aussengastronomie fällt, geht doch keiner hin. Aber wir gehen ohne Testpflicht auch nicht hin, jetzt haben wir uns schon arrangiert mit Rückzug ins Private, mit Freunden feiern und essen und bei amazon bestellen.
    P.S.: Ich werde Bärböck wählen weils dann noch mehr drunter und drüber geht.

  2. …Dir ist aber schon klar, dass es im Gegensatz zu letztem Jahr jetzt dieses „impfen“ gibt, ne? wodurch die Zahlen zusätzlich sinken?

    Und offenbar hast du nicht die langen Schlangen an der Teststation in der Deutschherrenstraße letztes Wochenende gesehen, wo die Leute stundenlang anstanden, nur um mal wieder ein Bierchen trinken zu können – sonst würdest du ja nicht so einen Unsinn labern.

    • Das ist doch das kranke an der Sache. Es wird vorausgesetzt, dass man krank ist und den Nachweis führen muss, dass es eventuell doch nicht so ist. Das Bierchen kann ich zu Hause trinken, ohne diesen dämlichen Nachweis. Und dass man sich schon für leichteste Erleichterungen bedanken muss, Irrsinn. Lies mal nach, wie Gefangene im Krieg behandelt werden, dann werden Ähnlichkeiten auffallen.

    • Ach ne, ne? Ja jeder wie er lustig ist. Ich stell mich nicht stundenlang an, das Bierchen, bzw. Alkohol trink ich eh nicht, den Apfelsaft trink ich lieber bei Freunden im Garten oder im Park, ohne Testpflicht. Viel Spass.

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