Missbrauchs-Aufklärung: „Mehrheitlich von Aktivisten besetzt“ – Bischof Ackermann in der Kritik

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Trierer Bischof Stephan Ackermann im Interview - Harald Tittel (dpa)

TRIER. Sinkende Mitglieder-Zahlen, Vertuschung und mangelnde Aufklärung der Missbrauchsskandale – immer weniger Menschen können sich mit der katholischen Kirche identifizieren. Auch der Trierer Bischof Ackermann, seit 2010 Missbrauchsbeauftragter der deutschen Bischofskonferenz, steht nach Äußerungen bezüglich Initiativen für Missbrauchsopfer am Wochenende massiv in der Kritik.

Auf einer Podiumsdiskussion während des Ökumenischen Kirchentages hatte Ackermann am Wochenende gesagt, dass es wenig hilfreich sei, wenn Betroffenenbeiräte zur Aufarbeitung des Missbrauchs mehrheitlich von „Aktivisten besetzt seien“.

Auf Nachfrage der Moderatorin erläuterte er die Bezeichnung „Aktivist“ mit „wenn man sagt, wir bleiben immer nur im klaren Gegenüber zur Kirche, wir werden kompromisslos die Fehler aufdecken und wir werden zu keiner Kooperation bereit sein, sondern unsere Rolle ist die Rolle aufzudecken, immer den Finger in die Wunde zu legen, und wir werden das auch politisch öffentlich tun“. Das gehe im Beirat nicht, so Ackermann.

Einen Tag nach seinen Aussagen entschuldigte sich der Bischof via twitter: „Ich bedauere den missverständl. Begriff „Aktivisten“ im Zusammenhang mit Betroffenenbeiräten. Selbstverständlich ist es gut & notwendig, hochaktive Mitglieder in den Beiräten zu haben“, so Ackermann.

Eine Entschuldigung die beispielsweise die Trierer Opfer-Initiative „MissBiT“ für wenig überzeugend hält. „Er möchte lieber Betroffene in den Beiräten haben, die in erster Linie die Kirche retten wollen und nicht die Wahrheit. Er möchte keine, die kritisch sind“, heißt es in einer Pressemitteilung.

7 KOMMENTARE

    • doch hat er, deshalb handelt er ja schon so … das war ja noch nie anders und ist in bester Tradition seiner Vorgänger —-

      der Ackermann zeichnet sich doch nur dadurch aus zu vertuschen, unbequeme Kritiker Mundtod zu machen und den schönen Schein wahren … Aber das ist ja auch das ureigenste Ansinnen, dieser PseudoMoralInstanz von Kirche … Mit Märchen fangen sie ja schliesslich schon seit geraumer Zeit ihre Schäfchen…

      Warum soll das denn heute nicht genau so weitergehen , ist doch egal welche Art von Märchen erzählt wird. Austreten aus dem Verein! Denen kann man ja nur über die Kohle kommen, an allem anderen haben die KEIN Interesse …

  1. „“ „Er möchte lieber Betroffene in den Beiräten haben, die in erster Linie die Kirche retten wollen und nicht die Wahrheit. Er möchte keine, die kritisch sind“, heißt es in einer Pressemitteilung. „“

    Ja natürlich will er das nicht!

  2. Aktivist bedeutet auch aktiv.
    Die Kirche war, ist und wird auch in Zukunft nicht aktiv werden, um bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen die Opfer zu unterstützen.
    Sie ist einzig darum bemüht alles unter den heiligen Teppich zu kehren.
    Die Aussage und Wortwahl von Bischof Ackermann ist eine Ohrfeige für jedes Opfer.
    Ich habe diesen herrschaftlichen Selbstdarstellern schon lange den Rücken gekehrt, genau aus diesem Grund.

  3. Bischof Ackermann, bei seinem Amtsantritt mit vielen Vorschusslorbeeren empfangen, beweist längst keine „glückliche Hand“ mehr: die Pfarreienreform in den Sand gesetzt, weil über die Köpfe der Menschen hinweg befohlen, die unendliche Mißbrauchsgeschichte, bei der er als „Oberaufklärer“ täglich kläglich versagt, und jetzt das! Mir scheint, es wird Zeit über einen Rücktritt nachzudenken. Das muss nicht weiter schlimm sein, denn in dem System fällt man immer nur nach oben. (Tebartz van Elst ist jetzt sogar in Rom tätig!).

  4. Austreten, und zwar sofort.
    Das ist und bleibt die einzige Möglichkeit, diesem Theater ein Ende zu bereiten!
    Aufklärung ist nicht gewollt, dass müsste doch spätestens heute jedem klar geworden sein.
    Das ganze System ist verlogen und dient nur der Geldbeschaffung und der Macht Erhaltung.
    Wer glaubt denn noch an diesen Zirkus?
    Hokuspokus, erwachsene Männer in Phantasie Roben und Mitra auf den gesalbten Häuptern.
    Übrigens:
    Wo ist eigentlich der Mühlstein geblieben, der mit großen Trara von „ unserem lieben Bischof Stefan am Hauptmarkt niedergelegt wurde.“?

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