HWK-Umfrage: Regionales Handwerk optimistisch trotz Pandemie und Rohstoffkrise

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Arbeiter im Baugwerbe. Symbolbild: dpa-Archiv

TRIER. Die Konjunktur im Handwerk der Region Trier ist weiterhin stabil. Bei der aktuellen Umfrage der HWK im Frühjahr 2021 sind 78 Prozent der Befragten mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Der Blick in die Gewerbegruppen zeigt große Unterschiede.

Sowohl die Bau- und Ausbaugewerbe als auch die Handwerke für den gewerblichen Bedarf sind sehr zufrieden mit der aktuellen Lage. Diese Gruppen geben Zufriedenheitswerte zwischen 84 und 96 Prozent an. Anders sieht es dagegen vor allem bei den Gewerken aus, die direkt vom erneuten Lockdown hart getroffen wurden. Dazu gehören beispielsweise Kosmetiker, Friseure, die Lebensmittelgewerbe oder Handwerksbetriebe mit angeschlossenem Einzelhandel, etwa Kfz-Betriebe. Ähnliches zeigt sich etwa bei Zulieferern für den Veranstaltungsbereich. Sie haben bereits seit Anfang der Pandemie mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Hier gibt mehr als die Hälfte der Befragten eine schlechte Geschäftslage an.

Branchenübergreifend reichen die Auftragsbestände im Durchschnitt für fast 14 Wochen. Hier fallen die Rückmeldungen zwischen den Gewerbegruppen ebenfalls sehr unterschiedlich aus. Das Bauhauptgewerbe gibt einen Auftragsbestand für knapp 23 Wochen an, das Ausbaugewerbe für 15 Wochen und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf rund neun Wochen. Alle weiteren Gewerbegruppen geben einen Auftragsbestand von ein bis vier Wochen an.

Über alle Gruppen hinweg melden 64 Prozent der Betriebe eine Auslastung von über 70 Prozent. Vier von fünf Betrieben der Bau- und Ausbaugewerbe geben an, über 70 Prozent ausgelastet zu sein. In allen weiteren Gewerbegruppen fällt die Auslastung weit weniger optimistisch aus. Fast die Hälfte der befragten Betriebe hat im Durchschnitt rund 40.000 Euro in den Betrieb investiert. Drei von vier Betrieben wollen auch im kommenden Quartal Investitionen tätigen.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass die Beschäftigungszahlen im regionalen Handwerk bei nahezu vier von fünf der Befragten im Vergleich zum Vorquartal gleichgeblieben sind. Darüber hinaus haben acht Prozent der Betriebe zusätzliches Personal eingestellt. Die Zukunftsaussichten für die Beschäftigten der Region über alle Gruppen hinweg sind gut. 13 Prozent der Betriebe wollen in den kommenden Monaten weiteres Personal einstellen. Die Arbeitsplätze im Handwerk sind demnach auch während der Pandemie sicher.

Branchenübergreifend rechnen sechs von sieben Befragten mit einer gleichbleibenden oder sogar steigenden Geschäftslage. Im Gesundheitsgewerbe erwarten sogar alle Umfrageteilnehmer eine gleichbleibende oder bessere Lage. Gedämpfte Prognosen liefern die Betriebe des Lebensmittelgewerbes und des Kraftfahrzeuggewerbes. Rund neun von zehn Befragten der Bauhaupt- und Ausbaugewerbe gehen zwar mit optimistischen Erwartungen an das nächste Quartal. Allerdings zeichnen sich bereits in den Ergebnissen der Umfrage, die im Zeitraum zwischen März bis April durchgeführt wurde, die mittlerweile gravierenden Engpässe und starken Preisanstiege auf dem Beschaffungsmarkt ab.

Die Lage spitzt sich seit einigen Wochen vor allem für das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe weiter zu. Aktuell betroffen sind Baumaterialien wie Dämmstoffe und Holzprodukte, aber auch Metall und Farben. Gründe dafür sind die enorm angestiegene Nachfrage unter anderem aus den USA und China, verschärft durch pandemie- und witterungsbedingte Produktionsausfälle. Die Auftragsbücher im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe sind randvoll, durch die Lieferengpässe kann es jedoch zu Terminverzögerungen und Preisanpassungen für den Endkunden kommen. Experten der Branchen rechnen zwar mit einer Stabilisierung der Lage im Laufe des Jahres, jedoch nicht mit der kurzfristigen Senkung des Preisniveaus.

Die Handwerkskammer Trier beurteilt die Umfrageergebnisse vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der Rohstoffkrise vorsichtig optimistisch. Beide Faktoren bergen Risiken und verunsichern viele Unternehmen. Dennoch bleibt das Handwerk ein Stabilitätsanker und eine tragende Säule der heimischen Wirtschaft.

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