IHK: Betriebe können «dritte Säule» beim Impfen werden

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Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer steht zwischen bereits aufgezogenen Spritzen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

MAINZ. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft will bei den Corona-Impfungen aufs Tempo drücken. Dabei sollen auch Betriebsärzte eine Rolle spielen. Zuvor muss aber eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein.

Die rheinland-pfälzische Wirtschaft bietet ihre Mitarbeit für eine Beschleunigung der Corona-Impfungen an, sobald genügend Impfstoff für eine Massenimpfung vorhanden ist. In den vier Industrie- und Handelskammern (IHK) des Landes sind die ersten Vorbereitungen dazu angelaufen. Im Kern des Konzepts stehe die Einbindung von sogenannten Ankerbetrieben, in denen Betriebsärztinnen und -ärzte nicht nur ganze Belegschaften impfen könnten, sondern auch deren Angehörige und darüber hinaus die Mitarbeiter umliegender Firmen und die örtliche Bevölkerung, sagte Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, der Deutschen-Presse-Agentur. Neben den beiden bisherigen Standpfeilern beim Impfen – den regionalen Zentren und den Hausarztpraxen – kämen bei diesem Plan die Betriebe als «dritte Säule» hinzu.

«Wir haben die Fläche und die mittelständische Struktur im Blick», sagte der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Arne Rössel. «Wir wollen als Wirtschaft unseren gesamtgesellschaftlichen Beitrag leisten. Jeder Tag zählt», betonte Günter Jertz, Hauptgeschäftsführer der IHK Rheinhessen. An der Impfreihenfolge werde sich dabei nichts ändern, betonte Jertz.

Ziel der IHK ist es laut Glockauer, dass sich in jeder der 129 Verbandsgemeinden des Bundeslandes oder in deren Nähe mindestens ein Ankerbetrieb am Impfen beteiligt. Die Wirtschaft verspreche sich dadurch eine erhebliche Beschleunigung beim Impfen für den Zeitpunkt, an dem auch Menschen außerhalb der hohen Priorisierungsgruppen geimpft werden können. Von den 250 000 IHK-zugehörigen Betrieben in Rheinland-Pfalz hätten rund 150 mehr als 500 Beschäftigte. Vor allem diese seien geeignet, Ankerbetriebe zu werden.

Die IHK will in den Betrieben für eine Teilnahme werben. Es soll eine enge Absprache mit den jeweiligen Kommunen geben und mit der Landesregierung, die auch für die Logistik verantwortlich bleibe.

Allerdings müsse die Impfbürokratie auf ein Minimum zurückgeschraubt werden – etwa wie bei der innerbetrieblichen Grippeschutzimpfung, sagte er. So könnten die Mitarbeiter in den Betrieben kollektiv bei Versammlungen aufgeklärt werden, die Einzelgespräche könnten entfallen, was wiederum Zeit spare, sagte Glockauer. Abgerechnet werden sollen die Impfungen auf direktem Weg über die Kassenärztliche Vereinigung.

Die IHK geht nach eigenen Angaben davon aus, dass aufgrund aktueller Lieferplanungen möglicherweise schon im Mai mit Impfungen in größerem Stil begonnen werden könne. «Dann geht es nur noch um Geschwindigkeit. Auf diesen Zeitpunkt müsse wir hinarbeiten», betonte Rössel. Deshalb liefen jetzt schon die Vorbereitungen an. Es gehe dabei nicht um eine Konkurrenz zu den Hausarztpraxen, sondern um eine Ergänzung. Besonders geeignet für eine Impfung in den Betrieben sei das Mittel von Johnson & Johnson, bei dem nur eine einzige Spritze reiche, sagte Glockauer.

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