Aus Bolivien wurde Rumänien – Sarah Willems aus Franzenheim absolviert Freiwilligendienst im Ausland

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RUMÄNIEN/FRANZENHEIM. „Mir geht es sehr gut“ – das hört man momentan besonders gerne, gerade wenn sich das Gegenüber während der Corona-Pandemie im Ausland befindet. Sarah Willems absolviert seit Oktober einen Freiwilligendienst über SoFiA (Soziale Friedensdienste im Ausland e.V.) in Rumänien, um genauer zu sein in dem kleinen Städtchen Miercurea Ciuc, das in Transsilvanien liegt. Eigentlich sollte es für die Franzenheimerin nach Bolivien gehen.

„Wir müssen auf der Straße immer eine Maske anziehen und haben eine Ausgangssperre. Restaurants und Geschäfte haben aber geöffnet“, daher merkt man gar nicht so viel von Corona, sagt die 20-Jährige. Die Regeln würden sich aber von Region zu Region unterscheiden. Mehr als ihren Alltag beeinflusst die Pandemie ihr Arbeitsleben im St. Agoston Caritas-Zentrum für beeinträchtigte Jugendliche. Tagsüber verbringen Frauen und Männer dort ihren Tag. Sarah Willems spielt mit ihnen, singt, macht Sport und assistiert beim gemeinsamen Essen. „Außerdem unterstütze ich die Klienten in alltäglichen Dingen, wie das An- und Ausziehen der Jacken und Schuhe. Ich begleite sie zur Toilette und helfe beim Händewaschen“, berichtet die junge Frau. Sie bastelt auch mit ihnen. Die kreativen Arbeiten werden anschließend auf Märkten oder im Internet verkauft. „Aber im Moment können wir wegen Corona nicht so viel machen, denn sonst würden wir auch einmal die Woche ins Schwimmbad gehen, gemeinsam kochen oder andere Ausflüge machen. Das kann momentan leider gar nicht stattfinden und ist sehr schade“. Es ist stiller als sonst. „Die Beeinträchtigten wohnen alle bei ihren Eltern, teilweise auch mit ihren Großeltern zusammen.“ Manche kommen deswegen gar nicht mehr in die Einrichtung, aus Angst, dass die jungen Menschen sich anstecken und den Virus mit nach Hause bringen könnten.

Rumänien anstelle von Bolivien
„Ich sollte eigentlich nach Bolivien“, erklärt Sarah Willems den eigentlichen Plan. „Da war aber ziemlich schnell klar, dass das nicht geht.“ Dann wurde ihr das Projekt in Rumänien vorgeschlagen, „dafür habe ich mich dann auch entschieden.“ Und wie funktioniert die Kommunikation? Hat sie rumänisch gelernt? „In meiner Stadt reden die Menschen größtenteils ungarisch“, erklärt sie schmunzelnd. „Das heißt, ich muss Ungarisch lernen und das ist gar nicht so einfach“. Aber sie hat in Deutschland schon mit dem Pauken angefangen. „Hallo! Wie geht es?“ Und ein paar Sätze, die sie auf der Arbeit benötigt, hat sie drauf. „Trotzdem kann ich mich nicht richtig mit den Leuten unterhalten“, bedauert Sarah Willems. Mit Englisch kommt sie aber auch oft weiter. „Manche Leute können hier aber auch Deutsch“. Zudem seien die Rumänen sehr hilfsbereit. „Die Leute hier sind wirklich alle super nett, freundlich und sehr aufgeschlossen. Und alle auf der Arbeit haben sich total gefreut, dass ich da bin“.

Als erstes Fazit kann sie nach vier Monaten sagen: „Ich bin auf jeden Fall ein großes Stück selbstständiger geworden“. Aber sie lässt sich überraschen, was noch so kommt. Nach ihrem Auslandsjahr möchte sie ihre Erzieherausbildung beenden.

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