Achtzehn Namen in der Vorauswahl: Zwischenstand bei der Umbenennung der Hindenburgstraße

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Für die Straße, die seit den 1920er Jahren nach Hindenburg benannt ist, wird ein neuer Name gesucht. Foto: Stadt Trier

TRIER. „Achtzehn Vorschläge der Bürgerinnen zur Umbenennung der Hindenburgstraße sind noch im Rennen“, teilt der Ortsvorsteher von Trier-Mitte/Gartenfeld Michael Düro über das Zwischenergebnis der Beratungen des Ortsbeirats zur Findung eines neuen Namens mit.

Nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats hatte der Ortsbeirat zunächst die BürgerInnen um Vorschläge gebeten. „Unser Dank gilt ausdrücklich der Verwaltung für die gelungene Umsetzung der Bürgerbeteiligung über das Portal trier-mitgestalten.de Mit 169 gültigen und meist wohlbegründeten Vorschlägen wurden unsere Erwartungen weit übertroffen,“ erklärt Düro. Folglich bedurfte es eines mehrstufigen Verfahrens, um die anspruchsvolle Aufgabe der Auswahl zielgerichtet und transparent anzugehen: Im ersten Schritt galt es die chancenreichsten unter der Vielzahl der Vorschläge heraus zu filtern. Jedes Ortsbeiratsmitglied benannte dazu seine persönliche Auswahl von bis zu zehn Namen. Die größte Unterstützung in der Summe erhielten dabei die folgenden achtzehn Vorschläge, die nun in einer Ortsbeiratssitzung in die Endrunde gehen (in alphabetischer Reihenfolge):

• Adelheid von Besselich-Straße
• Am Südtor
• Bertha von Suttner-Straße
• E(I)se Scheuer-Straße
• Europastraße
• Fritz Bauer-Straße
• „Forum“
• Gerty Spies-Straße
• Hannah Arendt-Straße
• Hilde Hubbuch-Straße
• Jenny von Westfalen-Straße
• Louis Scheuer-Straße
• Mutti-Krause-Straße
• Neumarktstraße
• Stresemann-Straße
• „Synagoge“
• „Theater“
• Weiße-Rose-Straße

Die in Anführungsstrichen genannten Namen fassen mehrere ähnlich lautende Vorschläge zusammen.
Sobald wieder eine Präsenzsitzung möglich ist, frühestens am 3. März, soll die Entscheidung fallen. Geplant ist, dass die ausgewählten Vorschläge zunächst nacheinander und reihum von einzelnen Ortsbeiratsmitgliedern vorgestellt werden. Auch die in der Bürgerbeteiligung vorgetragenen Begründungen sollen in die Diskussion eingeführt werden. Michael Düro erwartet, dass nach zwei Wahlgängen in dieser Sitzung dann der Vorschlag des Ortsbeirats für die Umbenennung der Hindenburgstraße feststeht. Die endgültige Entscheidung obliegt dann dem Stadtrat.

(Quelle: Stadt Trier)

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10 KOMMENTARE

  1. Was für eine Wallung hier wieder gemacht wird, offensichtlich mal wieder ausgelöst von den ganz “guten” Mitbürgern unter uns. Für mich bleibt es bei Hindenburgstraße und auch das Gymnasium bleibt für mich das Hindenburg-Gymnasium.

  2. Einzig und allein “Lawrenti-Beria-Straße” sollte ernsthaft in Frage kommen. Der hätte seinen Freude daran gehabt, wie heutige Schwestern und Brüder im Geiste das von ihm perfektionierte Verfahren des “aus der Geschichte tilgens” aufleben lassen. Dass – anders als in seiner Zeit – nicht nur Unliebsame aus Fotos retouchiert werden sondern gleich ganze Straßenzüge umbenannt werden, hätte ihm massiven Respekt abgenötigt. Und dass mit dieser billigen Form heutiger “Geschichtsbegradigung” auch noch die Dissonanz zwischen “demokratisch gewähltem Kanzler” und “geschichtlich problematischer Person” vergraben wird. Wie gesagt, kaum jemand stünde besser mit seinem Namen für diese “Bereinigungen” als Beria.

  3. Ich bin für “OB Leibe” – Strasse, keiner hat soviel Gutmenschausstrahlung wie er. Die Richtlinien zur Strassenbenennung müsste geändert werden. Aber früher oder später werden die Trierer nicht an einer Widmung vorbeikommen.

    • Ich bin für OB-Leibe-der-Feuchtigkeitsspender-Strasse, weil er zwei eiserne Stangen a 10tausend Euro gekauft hat, aus denen frisches Wasser sprudelt.
      Für die Aberkennung des Namens Hindenburg bin ich schon, nicht wegen des Kaiserreiches und des Ersten Weltkrieges, da war er ein Kind seiner Zeit, auch nicht weil er Steigbügelhalter Hitlers gewesen sei, das wusste keiner was da kommt, aber er hat die Weimarer Republik bekämpft und war kein Demokrat, somit ist es heute nicht mehr gerechtfertigt, dass nach ihm eine Strasse benannt wird.

  4. … sonst haben wir ja auch keine Probleme. Liebe politisch korrekte „Gutmenschen“! Wie viele Mitbürger verschwenden im alltäglichen Leben – Erwerbstätigkeit, Familie, Freizeit – wohl einen Gedanken an den Namen der Straße, die sie aufsuchen? Wie viele davon kennen überhaupt Hindenburg oder den historischen Hintergrund? Aber solche Bagatellen werden thematisiert und aufgekocht. Demnächst wird dann noch unsere komplette Belletristik auf politisch korrekte Füße gestellt. Und das Cafe Mohrenkopf wird in dem Zuge auch endlich gebranntschatzt! Kleingeister! Oh Verzeihung – ich meine natürlich kognitiv und intellektuell eingeschränkte behinderte Menschen!

  5. Immerhin hat man das Problem mit der Hans Martin Schleyer Strasse in Trier geschickt gelöst.
    Altes SS-Mitglied, bekennender Antisemit, im 3. Reich verantwortlich für die Rekrutierung von Zwangsarbeitern in Böhmen und hat immer gesagt er sei auf seine Vergangenheit stolz.
    Da passt es doch gut dass er gemäss seinem Diensteid für die Waffen-SS fürs Vaterland gestorben ist, eine schöne Beerdigung hatte er ja auch. Eigentlich hätte man ihn sowieso wegen Fahnenflucht erschiessen müssen, weil er sich zu Kriegsende feige im Keller seiner Eltern versteckt hat, anstelle bis zur letzten Patrone zu kämpfen.
    So einem Menschen einen Strassennamen in der Innenstadt zu geben wäre bisschen viel, da ist dann eine Nebenstrasse in einem Industriegebiet schon besser.

  6. Ich bin dafür, dass Straßennamen grundsätzlich nicht mit Namen von Personen bedacht werden. Eine Leiche, und sei sie noch so klein, hat jeder von den Persönlichkeiten im Keller. Ist alles nur eine Frage der Zeit, wann das rauskommt.
    Straßennamen sollten z. B. nach geografischen oder biologischen Begriffen benannt werden.

  7. Ich bin für E-Busstrasse, wenn wir schon keine E-Busse in Trier haben, so soll der Leibe wenigstens seine E-Busstrasse haben.

  8. Ich bin für den Namen Nikolaus Druckenmüller das war Leiter von der Vereinigte Bürger- und Provinzial-Gewerbeschule in Trier.

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