Das Pieksen hat begonnen: Wie das Impfen in der Stadt Trier abläuft

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In den Einrichtungen der Vereinigten Hospitien und im Seniorenzentrum der Barmherzigen Brüder starteten die Impfungen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal. Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER. Am 30. Dezember war es soweit: Im Corona-Gemeinschaftskrankenhaus Trier wurden die ersten Mitarbeitenden gegen das Coronavirus geimpft. Wie das Impfen in der Stadt abläuft, ob der Impfstoff sicher ist und auf viele weitere Fragen liefert die Stadt Trier in der aktuellen Ausgabe der Rathauszeitung die Antworten.

Wer kann sich impfen lassen?
Geimpft wird nur mit Termin. Auch wenn es nun einen zugelassen Impfstoff gibt, heißt das noch nicht, dass dieser sofort für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung steht. Er muss erst in ausreichender Menge produziert und verteilt werden. Die Nationale Impfstrategie COVID-19 des Bundesministeriums für Gesundheit sieht zu Beginn eine Priorisierung vor, welche Personengruppen vorrangig geimpft werden. Zum 15. Dezember ist die nationale Coronavirus-Impfverordnung in Kraft getreten, die genau festlegt, mit welcher Priorität sich welche Personen impfen lassen können. Das Land informiert auf seiner Webseite über die Impfstrategie für Rheinland-Pfalz.

Mit „höchster Priorität“ sollen gemäß der Impfverordnung Menschen einen Anspruch haben, die älter als 80 Jahre sind sowie medizinisches und Pflegepersonal. Mit „hoher Priorität“ sollen unter anderem Personen geimpft werden können, die über 70 Jahre alt sind oder bei denen bei einer Corona-Infektion ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf besteht, sowie ihre engen Kontaktpersonen. Erst wenn genügend Impfstoff vorhanden ist, steht er der Allgemeinbevölkerung zur Verfügung.

Wo kann man sich impfen lassen?
Wenn genügend Impfstoff vorhanden ist, können sich Bürgerinnen und Bürger der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg im gemeinsam betriebenen Impfzentrum im Trierer Messepark impfen lassen. Die Verteilung des Impfstoffes erfolgt in einer ersten Phase zentral. Dazu werden regionale Impfzentren, wie im Messepark, aufgebaut. Der Betrieb des Impfzentrums ist für ein Jahr geplant. Wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, sollen in der zweiten Phase die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte impfen.

Wie ist der Ablauf im Impfzentrum?
Das Impfen selbst – ein Pieks in den Oberarm – dauert nur wenige Minuten. Zeitaufwändiger ist der Vorlauf: In einem Zelt vor dem Eingang zur Halle wird zunächst die Impfberechtigung des Patienten überprüft und der Termin bestätigt. Zugleich wird die Körpertemperatur gemessen und auf die Hygienebestimmungen hingewiesen. Anschließend geht es zum Check-in-Schalter, wo Laufzettel und Informationsmaterial ausgegeben werden. Nächste Station ist die ärztliche Aufklärung. Die Teilnahme ist für alle Patientinnen und Patienten verpflichtend. Aber auch ein individuelles, vertrauliches Arztgespräch ist in zwei Kabinen möglich. Danach heißt es warten, bis eine Impfstation frei wird. Nach der Impfung werden die Patientinnen und Patienten in einem Ruhebereich beobachtet. Falls nach der Injektion Kreislaufprobleme oder ähnliche Beschwerden auftreten, werden sie ärztlich betreut. Letzte Station ist der Check-out, wo unter anderem die Impfung dokumentiert wird.

Ab wann kann man sich im Impfzentrum impfen lassen?
Das Trierer Impfzentrum ist seit Mitte Dezember mit zwei Impfstraßen einsatzbereit. Die Landesregierung plant die Eröffnung der Impfzentren für diesen Donnerstag, 7. Januar. Bei Bedarf können im Messepark bis zu 16 Impfstraßen eingerichtet werden. Somit sind theoretisch bis zu 5000 Impfungen pro Tag möglich. Geöffnet werden könnte das Zentrum im Extremfall im Zwei-Schichtbetrieb zwischen 6 und 22 Uhr.

Braucht man im Impfzentrum einen Termin?
Ja, die Terminvergabe für eine Corona- Schutzimpfung erfolgt in Rheinland- Pfalz über eine zentrale Stelle. Die Terminvergabe für Menschen, die mit höchster Priorität Anspruch auf die Impfung haben, läuft seit Beginn der Woche entweder über die Nummer 0800/5758100 oder online über impftermin.rlp.de. Bitte rufen Sie nicht bei der 115 oder im Gesundheitsamt an. Das Land schreibt alle über 80-Jährigen per Brief an und informiert sie über die Impfmöglichkeiten.

Kann ich helfen?
Ja, für den Betrieb des Impfzentrums werden noch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Voraussetzung ist eine Qualifikation in einem pflegerischen und/oder medizinischen Beruf. Für alle, die sich engagieren möchten, gibt es ein Anmeldeformular unter www.trier.de/impfen.

Muss man für die Impfung bezahlen?
Nein. Die Kosten für den Impfstoff trägt der Bund. Die Impfleistung wird von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen.

Muss man sich impfen lassen?
Nein, es gibt keine Impfpflicht gegen das Coronavirus.

Ist die Coronavirus-Impfung sicher?
In Deutschland wird ein Impfstoff nur dann zugelassen, wenn er die drei Phasen des klinischen Studienprogramms erfolgreich bestanden hat. Diese nationalen und internationalen Qualitätsstandards gelten wie bei allen anderen Impfstoff-Entwicklungen auch bei der Zulassung einer Coronavirus-Impfung. Nach der Marktzulassung wird die Impfstoff-Anwendung weiter eng überwacht und bewertet, um auch sehr seltene Nebenwirkungen zu erfassen.
Der Leiter des Gesundheitsamts Trier-Saarburg, Dr. Harald Michels, zeigt sich deshalb zuversichtlich, dass der Impfstoff gut verträglich ist und auch keine Langzeitfolgen zu befürchten sind. Allerdings könnten Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden, wie beispielsweise kurzzeitiges Fieber oder eine Rötung oder Schmerzen an der Einstichstelle.

Wie funktioniert das dezentrale Impfen in Altenheimen?
Am 27. Dezember starteten in Rheinland-Pfalz die ersten Impfungen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte in Senioreneinrichtungen. Diese werden von mobilen Impfteams aufgesucht, die vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) organisiert werden. Die Beschränkung dieser Impfkampagne auf Regionen mit überdurchschnittlich hohen Inzidenzzahlen wurde inzwischen aufgehoben, sodass die Impfungen auch in den Alten- und Pflegeheimen in Trier begonnen haben.

An wen kann man sich bei weiteren Fragen wenden?
Das Land Rheinland-Pfalz hat eine Info-Hotline für Bürgerinnen und Bürger geschaltet. Diese ist unter der 0800/5758100 erreichbar und montags bis samstags von 8 bis 22 Uhr sowie sonn- und feiertags zwischen 10 und 16 Uhr besetzt. Auch vom Bund gibt es eine Info-Hotline, die unter der 116117 erreichbar ist. Ausführliche Infos gibt es zudem online unter corona.rlp.de.

2 KOMMENTARE

  1. Nur zur INFO… es gibt keine Rathauszeitung mehr!!!. Seit dem Ausbruch von Corona.
    Zumindest nicht in Trier-Ehrang.
    Auch leider, seit der Pandemie keinerlei Informationen seitens der Stadt Trier, als Flyer oder Infobrief, so wie es sich in diesen Zeiten eigentlich gehört. Den nicht jeder hat Internet und da steht ja leider auch nicht immer alles und nicht unbedingt aktuell und richtig.

    • Üben Sie sich bitte etwas in Geduld. Vor den nächsten Wahlen werden Sie wieder totgeschmissen mit (halbwahren) Informationen, blinden Versprechen und der Selbstbeweihräucherung der Aussteller (Politiker der Stadt Trier)

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