„Helfende Hände“: Bundeswehr hilft in Rheinland-Pfalz nun auch in Pflegeheimen

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Die Bundeswehr hilft Beschäftigten in rheinland-pfälzischen Alten- und Pflegeeinrichtungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

„Soldatinnen und Soldaten unterstützen als „helfende Hände“ bei hauswirtschaftlichen und organisatorischen Tätigkeiten“, teilte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Montag mit. Die ersten Einsätze liefen bereits seit Weihnachten. Aktuell sind in neun Pflegeeinrichtungen insgesamt 60 Soldaten eingesetzt, davon 5 aus dem Sanitätsdienst.

„Die Lage in vielen Alten- und Pflegeheimen ist angespannt und in einigen Einrichtungen können viele Beschäftigte aufgrund der aktuellen Infektionslage ihren Dienst nicht antreten“, erklärte die Ministerin. „Daher haben wir uns entschieden, die Bundeswehr um Amtshilfe zu bitten.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf hatte sich vor gut einer Woche dafür ausgesprochen, eine engere Zusammenarbeit mit der Bundeswehr in diesem Bereich zu prüfen.

Insgesamt leisten laut Gesundheitsministerium derzeit 460 Soldatinnen und Soldaten Amtshilfe in Rheinland-Pfalz, davon 94 aus dem Sanitätsdienst. Bislang waren sie vor allem in Gesundheitsämtern beispielsweise bei der Kontaktverfolgung sowie in Teststationen und Krankenhäusern eingesetzt.

In den Pflegeeinrichtung sollen die Soldaten vom Stammpersonal eingearbeitet und angeleitet werden. Zu ihren Hauptaufgaben zählen der hauswirtschaftliche Bereich, beispielsweise bei der Essenszubereitung und -verteilung und beim Wäscheservice, sowie organisatorische Belange. Die Ministerin dankte den Soldaten für ihre Hilfe, mit der sie auch „für soziale Nähe Sorge tragen und beispielsweise den Kontakt mit den Angehörigen per Telefon oder Videoanruf vermitteln“. Das sei für die Bewohner und deren Angehörigen „von unschätzbarem Wert“, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Die Pflege selbst werde weiterhin nur vom Pflegepersonal geleistet.

3 KOMMENTARE

  1. Zum Thema Seniorenheime, Krankenhäuser und alles was das Gesundheitssystem angeht, hätte man Jahrzehnte sich mal seitens der Gesundheitsminister/Regierung darum gekümmert, wäre diese Situation erst garnicht eingetreten. Das gilt auch für andere Länder, wie z.b. Italien, USA usw.. Die Bundeswehr in diesem Fall müsste garnicht einspringen, wenn ein Teil des Personal nicht Deutschland den Rücken gekehrt hätte, und dort hingegangen ist, wo das soziale Umfeld plus Gehälter stimmen. Man sollte sich mal mit Einheimischen unterhalten. Traurig ist schon, wenn Seniorenheime mit Einmalbonus Personal anlocken wollen!!

  2. Nach einem Bericht zu urteilen, will die CSU eine Neueinsteigerprämie(nach der Ausbildung) von 5000 Euro einsetzen. Glaube, wie bei anderen Dingen sind diese Leute zu spät aufgewacht. Habe selbst im klinischen Bereich gearbeitet. Arbeitsbedingungen sollen verbessert werden, man erwähnt aber nicht die negativen Gespräche, die in einem Arbeitsleben stattfinden, das einem manchmal leider an diesem Beruf die Lust vergeht. Hr. Spahn hätte mal besser spontan ohne Voranmeldung mit den Arbeitnehmer einzelner Kliniken reden sollen. Aber glaube, der Zug ist abgefahren, da vieler meiner ehemaligen Kollegen ins Ausland abgewandert sind.

  3. Die CSU erwähnt ja einen Einmalbonus von 5000 Euro bei Neueinsteiger im Pflegeberuf. Das Gesundheitswesen sollte besser die Gehälter aufstocken. Je nach Arbeitgeber wird ggf. der Arbeitsvertrag auf eine Zeitspanne festgelegt, und man ist damit gebunden. Besser würde man dem Beruf Anerkennung schenken, und hätten die vergangenen Jahrzehnte diesen dementsprechend honoriert.

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