Grußwort zum Ende des Jahres – OB Leibe dankt Bevölkerung und blickt nach vorne

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Britta Pedersen

TRIER. OB Wolfram Leibe wendet sich in einem Grußwort zum Ende des Jahres an die Trierer Bevölkerung und sagt Danke für die große Unterstützung und Anteilnahme nach der Amokfahrt. Die Triererinnen und Trierer hätten sowohl nach der Amoktat wie auch in den Monaten der Corona-Pandemie bewiesen, „dass Mitmenschlichkeit, Solidarität und Zusammenhalt in unserer Stadt keine leeren Worte sind“, sagte der Oberbürgermeister. Die Welle der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme habe ihn überwältigt. Die gemeinsame Trauer gebe Kraft, das schreckliche Ereignis gemeinsam zu verarbeiten.

Die Rede des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

„Liebe Triererinnen,
liebe Trierer,

in wenigen Tagen geht ein Jahr zu Ende, das wir alle wohl nie vergessen werden. Wir werden wohl keine allzu guten Erinnerungen an 2020 haben. Die Corona-Pandemie hat mit ihren Sterbefällen und schweren Erkrankungen viel Leid in Familien auch in Trier gebracht. Die Einschränkungen des Alltags zur Pandemiebekämpfung waren und sind für uns alle eine große Belastung. Und dann auch noch die fürchterliche, nach wie vor unbegreifliche Amokfahrt am 1. Dezember, die so sinnlos Tod und großes Leid über die Stadt Trier gebracht hat. Fünf Menschen sind gestorben, viele wurden schwer verletzt – und hunderte traumatisiert, weil sie die schreckliche Tat mit angesehen haben.

Kann man angesichts dieser Ereignisse überhaupt positiv nach vorne blicken? Ich finde: Ja. Denn sowohl in der Pandemie wie auch nach der Amokfahrt haben Sie, liebe Triererinnen und Trierer, gezeigt, dass Mitmenschlichkeit, Solidarität und Zusammenhalt in unserer Stadt keine leeren Worte sind. Der weitaus überwiegende Teil der Bürgerinnen und Bürger ist bereit, sich wegen der Pandemie einzuschränken – auch wenn das oft schwerfällt und wir alle uns nach einem normalen Leben ohne Virus zurücksehnen. Die Rücksicht auf die Gesundheit aller ist Ihnen wichtiger als die persönliche Freiheit. Das ist gelebte Solidarität.

Nach der Amokfahrt bin ich überwältigt worden von der Welle der Hilfsbereitschaft und der Anteilnahme. Die gemeinsame Trauer in Trier und weit darüber hinaus gibt uns allen Kraft, dieses schreckliche Ereignis zu verarbeiten. Wir werden weiterhin gemeinsam trauern, wir werden Orte des Gedenkens an die Opfer schaffen, wir werden dafür sorgen, dass sie nie vergessen werden. Und das alles werden wir gemeinsam tun.

Trier resigniert nicht, Trier steht zusammen – auch das hat das Jahr 2020 gezeigt. Dafür möchte ich Ihnen allen meinen herzlichen Dank sagen.

Trier steht zusammen – ich bin überzeugt, dieser Leitsatz wird uns allen auch im nächsten Jahr Kraft, Mut und Zuversicht geben und uns in einem Jahr sicherlich positiver als heute zurückblicken lassen.

Ich wünsche Ihnen besinnliche Weihnachtsfeiertage und ein gutes, besseres neues Jahr.

Ihr Wolfram Leibe“

(Stadt Trier)

1 KOMMENTAR

  1. Ich finde Herr Leibe hat in dieser schlimmen Situation die richtigen Worte gefunden und auch durch seine Tränenwahre Größe gezeigt. Ich hoffe für Ihn selbst das er diese Erfahrung selbst gut verarbeiten kann….

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