„Die Belastungsgrenze ist überschritten“: Arbeit von Pflegekräften soll endlich besser entlohnt werden

Mit einem Tarifvertrag sollen pflegende Menschen endlich mehr Geld für ihre Arbeit bekommen. Dies sei eine wichtige Stellschraube für bessere Arbeitsbedingungen, sagt Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler.

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Sie sind sich einig im erklärten Ziel, die schwierigen Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern: Arbeitgeber und Gewerkschaft, Ministerium und Berufskammer haben sich am Mittwoch in Mainz zu einem «Fachkräftegipfel Pflege» getroffen und sich unter anderem einhellig für eine bessere Entlohnung ausgesprochen.

«Die Belastungsgrenze ist überschritten», sagte der Präsident der Landespflegekammer, Markus Mai, am Mittwoch nach dem Treffen. Pflege werde zwar als systemrelevant bezeichnet, aber es fehle nach wie vor an einer entsprechenden Vergütung. Mai forderte höhere Einstiegslöhne und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit, gerade auch für junge Menschen.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte, die Frage der Vergütung sei eine ganz wichtige Stellschraube, um attraktive Arbeitsbedingungen in der Pflege zu erreichen. Dringend nötig sei ein flächendeckender Tarifvertrag in der Pflege. Zur Sicherung der Pflege sei es auch wichtig, die hohen Teilzeitquoten zu verringern. Dies könne mit Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie mit einer Stärkung von Führungskompetenzen erreicht werden.

«Wenn die Arbeitsbedingungen besser werden, steht uns auch mehr Pflegepersonal zur Verfügung, sagte Sylvia Bühler vom Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi. «Wir arbeiten mit Hochdruck an einem Tarifvertrag Altenpflege.» Nach der grundsätzlichen Einigung auf Eckpunkte gebe es dazu jetzt noch Gespräche mit kirchlichen Trägern von Altenpflegeheimen. Es gebe die Hoffnung, diesen von vielen Pflegepersonen erhofften Schritt noch vor Weihnachten zu erreichen.

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Arbeitgeber seien dazu bereit, ihren Beitrag zu leisten, um die Arbeitszufriedenheit insgesamt zu erhöhen, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß. In Zeiten der Corona-Pandemie zeigten Pflegekräfte, welch «hervorragenden Job» sie leisteten, um diese Bedrohung bewältigen zu können. Die Krankenhäuser seien auf dem Weg, die Personalausstattung sukzessive zu verbessern. «Wir werden nicht nachlassen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.»

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