Forschungsprojekt aus Rheinland-Pfalz soll Pinguine vor Tod im Fangnetz bewahren

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Boris Roessler

Tod im Netz: Immer wieder sterben Pinguine in ihrem natürlichen Lebensraum als ungewollter «Beifang» von Fischern. Könnte ein akustisches Warnsignal unter Wasser die tauchenden Vögel retten? Das ist die Frage, der ein Projekt unter der Leitung des Kieler Meeresforschers Boris Culik in Rheinland-Pfalz nachgeht.

«Wir testen derzeit bis zu sieben verschiedene Lautsignale. Vier Kameras am Gehege zeichnen auf, wie Pinguine darauf reagieren», sagte Kuratorin Christina Schubert vom Zoo in Landau. Auftraggeber und Finanzier des Projekts ist die Landauer Organisation «Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins e.V.». Örtliche Studierende der Umweltwissenschaft führen die Datenaufnahme am Gehege durch. «Es wird viel Material auszuwerten sein», meinte Diplombiologin Schubert.

Culik hat sein Warngerät PAL bereits zum Schutz von Schweinswalen in der Ostsee eingesetzt. Nun geht es um eine mögliche Anwendung bei Pinguinen. «Das rund zehn Meter lange Becken in Landau ist für diese ersten Versuche sehr gut geeignet», sagte Culik. «Die Tiere können überall aussteigen, falls sie ein Signal stört. Das ist aber bisher nicht passiert.» Erste Erkenntnisse stimmen ihn optimistisch. «Mit den gewählten Signalen und Lautstärken liegen wir im grünen Bereich.»

Das Projekt im pfälzischen Landau läuft voraussichtlich bis Mitte August. «Anschließend soll das vielversprechendste Signal in der Berufsfischerei vor Chile getestet werden», schilderte Culik. «Dort gehen jedes Jahr viele Humboldt-Pinguine als Beifang ins Netz und ertrinken qualvoll.» Mit dem PAL-Signalgeber wollen die Forscher gemeinsam mit den Fischern prüfen, ob Pinguine mit Hilfe akustischer Signale erfolgreich vor Netzen gewarnt werden können.

Für Zooverwalterin Schubert ist das Projekt ein Gewinn für Landau. «Wir haben zwar viele Forschungen, aber häufig erscheinen sie nicht so spektakulär. Dieses Projekt hingegen ist auch für Laien gut zu verstehen. Es ist etwas Besonderes, das wir so noch nicht hatten.»

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