Edelsteinmetropole: Mehr als 500 Jahre Geschichte

Im Jahr 1497 begann die Idar-Obersteiner Edelsteingeschichte mit dem Fund von Achaten. Mehr als 500 Jahre später gilt die 30 000-Einwohner-Stadt noch immer als eines der weltweiten Zentren der Branche. Die Ausrichtung aber hat sich verändert.

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IDAR-OBERSTEIN. Tel Aviv, Bangkok, Hongkong, Mumbai, Idar-Oberstein – auf der Liste der bedeutendsten Diamant- und Farbedelsteinbörsen der Welt fällt die 30 000-Seelen-Stadt im rheinland-pfälzischen Landkreis Birkenfeld etwas aus der Reihe.

Doch Idar-Oberstein gilt als eine der wichtigsten Zentren der internationalen Edelsteinbranche. Ab Donnerstag versammelt sich hier wieder internationales Fachpublikum. Zur 35. Edelsteinmesse «Intergem» werden bis zum Sonntag (6.) 3000 Fachbesucher vor allem aus Europa erwartet, etwa 130 Aussteller sollen kommen.

Dem Präsidenten der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein, Jochen Müller, fällt es leicht, die Bedeutung der Stadt zu erklären: Idar-Oberstein sei der «einzige Platz weltweit», an dem Edelsteine aller Art gehandelt, untersucht, verarbeitet werden, meint Müller. «Das ist in der Komplexität einzigartig.»

Bis ins Jahr 1497 lässt sich die Idar-Obersteiner Edelsteingeschichte zurückverfolgen. Damals seien in der Gegend die ersten Achaten gefunden worden, erzählt Müller. Es habe Zeiten gegeben, da habe fast jeder Einwohner Idar-Obersteins in der Edelsteinbranche gearbeitet. «Hier wächst man auf damit», meint der Präsident der Edelstein-Börse. Doch auch wenn die Bedeutung des Standortes geblieben ist, hat sich die Industrie grundlegend verändert. Gefördert wird schon lange nicht mehr, seit 200 Jahren hat die Förderung Müller zufolge keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Die Edelsteinminen Steinkaulenberg sind heute eine Touristenattraktion.

Ab den 60er Jahren machte Konkurrenz, vor allem aus Asien, den rheinland-pfälzischen Unternehmen das Leben schwer, berichtet Müller. Zunächst im Bereich der Diamanten, ab den 80er-Jahren aber auch bei den in Idar-Oberstein dominierenden Farbsteinen wie Saphir oder Rubin – vor allem in der Fertigung habe man sich zunächst nicht mehr gegen die Billig-Konkurrenz durchsetzen können. «Es hat gedauert, bis man sich darauf eingestellt hat», sagt Müller. Statt großer Mengen werde heute vor allem auf kleine Mengen in guter Qualität gesetzt.

500 bis 600 Betriebe sind Müller zufolge geschätzt noch in Idar-Oberstein in der Edelsteinbranche tätig: Schleiferei-Betriebe, Designer, Goldschmiede, die Fachhochschule Trier bietet in Idar-Oberstein sogar drei Studiengänge für Schmuckgestaltung mit der Fachrichtung Edelstein an. Was in den Idar-

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