Klöckners Waldgipfel in Berlin weckt Erwartungen

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Vor 20 Jahren zogen die französischen Truppen aus dem Mattheiser Wald ab. Das stadtnahe Gebiet wurde später freigegeben und entwickelte sich zu einem beliebten Wandergebiet.

BERLIN. Anlässlich des Spitzentreffens zur Aufforstung der Wälder am (heutigen) Mittwoch in Berlin hat der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz einen bewussteren Umgang mit dem Forst gefordert. «Der Wald ist nicht nur Opfer der Klimakatastrophe. Durch seine Fähigkeiten, CO2 in das Holz einzulagern, ist der bewirtschaftete Wald auch eine CO2-Senke», betonte Geschäftsführer Wolfgang Schuh. «Insofern erwarten die Waldbesitzer eine adäquate finanzielle Anerkennung dieser Leistung. Die Ökosystemleistungen des Waldes müssen anerkannt werden», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Ähnlich äußerte sich der Pfälzerwald-Verein (PWV). «Wir wünschen uns vom Waldgipfel, dass der Wald endlich die Lobby, eine bessere Personalausstattung und die finanziellen Mittel bekommt, die seiner Bedeutung für Klima, Mensch, Naturhaushalt und Erholungsfunktion gerecht werden», unterstrich der PWV-Vorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Martin Brandl.

Die Kreisverwaltung Südwestpfalz forderte kurzfristige Maßnahmen und Hilfen, gerade im Bezug auf von Käfern verursachte Schäden. «Gleichzeitig muss längerfristig gedacht werden, und es müssen vermehrt Maßnahmen zur Wiederaufforstung betrieben werden», betonte Sprecher Thorsten Höh.

Gebraucht würden junge, bunte, wachsende Wälder, die noch robuster und klimastabiler seien. «Angesichts der sehr ernsten Lage stellt sich hier die Frage nach einem großangelegten und andauernden Aufforstungsprogramm mit standortangepassten Bäumen. Auch dafür werden neben der Expertise umfangreiche Mittel notwendig», sagte er.

Begünstigt durch die Trockenheit, vergrößerten sich auch im Landkreis Südwestpfalz die Schäden durch den Borkenkäfer rasant, betonte Höh. «In diesen Fällen muss das Schadholz schnell aus dem Wald. Für die umfangreiche und teure Aufgabe, diese Bäume zu fällen und sofort aus dem Wald zu bringen, brauchen die Waldeigentümer Unterstützung vom Staat.» Dies sei ein Signal, das vom Waldgipfel ausgehen sollte.

Auch der Pfälzerwald-Verein sei über negative Waldzustandsberichte und immer fundamentalere Schäden durch Klimawechsel und Schädlinge besorgt, sagte PWV-Chef Brandl. Falls die Waldzerstörung nicht aufgehalten werden könne, stünden Selbstverständnis und Zukunft des traditionsreichen Verbands auf dem Spiel. «Die wichtigste Aufgabe für den Pfälzerwald-Verein ist seit 117 Jahren die nachhaltige Entwicklung und der Erhalt des Pfälzerwaldes.»

Der Waldbesitzerverband forderte eine grundsätzliche Reduzierung der Treibhausgase und damit die Vermeidung der Ursachen des Klimawandels. «Hier gilt der Grundsatz der Schadenverhütung vor Schadenvergütung», sagte Geschäftsführer Schuh. In der aktuellen Situation erwarte der Verband Hilfe in Form eines Sofortprogrammes. «Die Holzpreise befinden sich nur noch auf 40 Prozent des normalen Niveaus, und höhere Aufarbeitungskosten führen zu Mehrausgaben bei der Holzernte.»

Immer mehr private, aber auch kommunale Forstbetriebe gerieten in eine wirtschaftliche Schieflage. «Hinzu kommt, dass die langfristigen Vorratsverluste die Einnahmemöglichkeiten aus dem Wald stark mindern.» Investitionen in die Aufforstung der Waldflächen seien kaum noch von den Waldbesitzern zu leisten. «Insofern sind in der konkreten Situation Hilfen in Form von Aufarbeitungs- und Wiederbewaldungszuschüssen nötig», sagte Schuh.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat Wirtschaft und Verbände für Mittwoch zum sogenannten Waldgipfel eingeladen, um über ein Aufforstungs- und Pflegeprogramm zu beraten. Bäume können beitragen, dass klimaschädigendes Kohlendioxid (CO2) gebunden wird.

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