«Pumpenkiller»: Feuchttücher legen Kläranlagen lahm

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Feuchttücher, die aus einem Kanal stammen, hängen an einem Haken. Foto: Entsorgungsverband Saar/Handout

REGION. Feuchttücher werden für Kläranlagen zum Problem. Der Entsorgungsverband Saar (EVS), er betreibt landesweit 140 Pumpen, braucht pro Jahr zwischen 300 000 und 500 000 Euro extra – für die zusätzliche Reinigung, das Ausbauen und Reparieren von Anlagenteilen und die Entsorgung. «Die kleinen Tüchlein sehen vielleicht harmlos aus, aber in der Summe sind sie extrem schädlich», sagte EVS-Sprecherin Marianne Lehmann.

Problem der «Pumpenkiller» oder «Pumpenwürger»: Feuchttücher bestehen meist aus langfaserigem Polyester, Viskose oder Baumwolle. Sie sind anders als Toilettenpapier extrem reiß- und vor allem wasserfest. Deshalb entwickeln sie sich zu dicken Knäueln, die die Pumpen verstopfen.

Die Stadtwerke Trier haben daraus schon Konsequenzen gezogen. Wie Sprecher Carsten Grasmück sagte, wurde die Technik im Kanalnetz auf diese neuen Bedingungen angepasst. Es würden nun Pumpen eingesetzt, die nicht so leicht verstopfen.

Auch bei der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) in Hennef (Nordrhein-Westfalen) ist das Problem bekannt. Laut DWA-Sprecher Frank Bringewski sei man dazu auch mit der Industrie im Gespräch: «Wir versuchen, dass die Artikel anders ausgezeichnet werden, damit sie beim Verbraucher nicht den Eindruck erwecken, sie könnten in der Toilette entsorgt werden.»

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3 KOMMENTARE

  1. Das Problem, das die Feuchttücher in den Kläranlagen machen, ist nicht neu und schon jahrelang bekannt. Warum werden keine wasserlöslichen Tücher vorgeschrieben?
    Weil wir oben in der Politik offenbar nur noch Lobbypolitiker haben! Regiert wird zum Wohl der Wirtschaft und anderen Interessengruppen. Das Volk ist letztlich nur zum finanzieren/zahlen da.

    • Hab mal gehört dass entsprechende Filteranlagen helfen sollen. Aber es ist ja einfacher die Abwassergebühren zu erhöhen als sinnvolle technische Lösungen umzusetzen. Leute, merkt ihr nicht dass dieser Artikel nur die Vorstufe für die nächste Erhöhung der Wasserpreise ist? Irgendwie muss die kommende Erhöhung doch begründet werden. Früher waren es Kondome und Tampons, heute sind es eben Feuchttücher

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