Greenpeace gegen Aufschub bei französischen Atomkraftwerken

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Das Atomkraftwerk Fessenheim in der Nähe der deutschen Grenze. Foto: Patrick Seeger/dpa-Archivbild

LUXEMBURG. Vor einer Laufzeitverlängerung für alte französische Atomkraftwerke hat die Umweltorganisation Greenpeace am Dienstag in Luxemburg gewarnt. Bei den französischen Reaktoren mit 900 Megawatt Leistung bestünden «wesentliche Sicherheitsdefizite von gravierender Bedeutung», sagte Roger Spautz von Greenpeace.

Diese seien unter praktischen Gesichtspunkten, beispielsweise wegen Platzmangels, durch Nachrüstung «nicht behebbar». Die Organisation bezog sich bei dieser Einschätzung auf ein Gutachten von Professor Manfred Mertins von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit. An dieser Gesellschaft sind unter anderem der Bund und die Technischen Überwachungsvereine beteiligt.

In Frankreich läuft eine Überprüfung von mehr als 40 Jahre alten 900-MW-Reaktorblöcken an. Zu dieser Art von Kraftwerken gehört beispielsweise das 1972 in Betrieb genommene Atomkraftwerk Fessenheim mit zwei Blöcken von jeweils 880 MW. Das 1986 in Betrieb genommene Atomkraftwerk Cattenom verfügt hingegen über vier größere Reaktorblöcke von je 1300 MW. Beide stehen unweit der Grenze zu Deutschland.

Die alten französischen Atomkraftwerke, die vor den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima errichtet wurden, müssten das Sicherheitsniveau neuer Anlagen erreichen, forderte Greenpeace. Dies sei jedoch technisch nicht möglich. Beispielsweise seien die Fundamente alter Anlagen deutlich dünner als die moderner Anlagen. Die Nachbarländer Frankreichs wurden aufgefordert, Konsultationen mit Paris über das weitere Vorgehen zu verlangen.

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