Mit 92 noch getanzt – Olewigerin feiert 100. Geburtstag

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Katharina Jakobs (sitzend Mitte) nimmt die Glückwünsche von Ortsvorsteherin Petra Block und Bürgermeisterin Angelika Birk entgegen. Im Hintergrund stehen ihre Kinder Hans Peter Jakobs und Mechthild Müller sowie Enkelin Miriam Jakobs (von links).

OLEWIG. Viel Arbeit an der frischen Luft, gute Gene und eine fürsorgliche Familie sind das Geheimnis des hohen Alters von Katharina Jakobs: Vergangene Woche feierte sie in Olewig ihren 100. Geburtstag. Als ihr Ortsvorsteherin Petra Block und Bürgermeisterin Angelika Birk die Glückwünsche der Stadt Trier und der Ministerpräsidentin überbringen, ruft sie vergnügt: „Da habe ich ja alle Obrigkeiten hier, der Bundespräsident hat mir auch schon geschrieben!“

Geboren wurde Katharina Jakobs 1917 in Franzenheim, als jüngstes von sechs Geschwistern. An ihre Jugend erinnert sich die Jubilarin gerne zurück, da man sich „im Dorf einig untereinander war“, auch wenn „früher auf den Dörfern nichts los war, außer einmal im Jahr Kirmes mit Tanzmusik“. Nach der Schule arbeitete sie neun Jahre lang bei Romika und legte den Weg dorthin jeden Tag zu Fuß zurück, eine Stunde hin, eine zurück.

1947 heiratete sie ihren Mann Johann und zog zu ihm an den Kleeburger Hof auf den Petrisberg. Dort betrieben sie Landwirtschaft, hatten Wingerte, aber auch Kühe und Schweine. In der harten Nachkriegszeit bekam das Paar zwei Kinder, Hans Peter und Mechthild, die, als sie alt genug waren, ebenfalls kräftig mit anpacken mussten. Mit der Landwirtschaft war Schluss, als in unmittelbarer Nähe die Universität errichtet wurde und sie dafür Felder verkaufen mussten. „Wir haben so viel Land verloren, da hat sich das nicht mehr gelohnt“, erinnert sich die alte Dame.

Die Eheleute zogen daraufhin nach Olewig, wo sie ein Haus kauften, in dem Katharina Jakobs immer noch lebt. Ausgeruht hat sie sich dort aber auch nicht, sondern blieb weiterhin sehr aktiv. 22 Jahre lang ist sie zum Seniorentanzen gegangen, noch mit 92 Jahren. „Morgens die Erste und abends die Letzte“, hätten ihr die Nachbarn immer zugerufen, wenn sie sie bei jeder Tageszeit bei der Gartenarbeit sahen, erzählt sie und bedauert, nicht mehr beweglich genug dafür zu sein. „Sehen kann sie aber noch gut“, wirft ihr Sohn ein, „und sie sagt uns dann: ‚Da ist noch ein Grashalm!‘“ Nebenher habe sie immer viel Handarbeit gemacht und leidenschaftlich gestrickt. „Die Arbeit war da, sie musste gemacht werden“, fasst Jakobs ihre Arbeitsethik zusammen.

Zur Not auch Skype

Heute verbringt sie ihre Zeit zu Hause mit Rätselraten, schaut gerne „Wer wird Millionär?“, sieht sich jeden Abend im Fernsehen eine Messe an und telefoniert täglich mit ihrer Familie. Ihre Tochter wohnt direkt nebenan und kümmert sich um den Haushalt, sechs Enkel und zwei Urenkel sowie Cousins und Cousinen leben mehrheitlich in der näheren Umgebung. Zur Not telefoniert sie auch per Tablet und Skype mit ihren Enkeln, denn den neuen Technologien gegenüber ist sie aufgeschlossen. In ihrer Familie steht sie mit ihrem stolzen Alter nicht alleine da: Zwei ihrer Schwestern wurden ebenfalls 100 Jahre alt.

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